Augsburger Fans „hinter feindlichen Linien“

von Redaktion

Ein Augsburger Sieg im Sport ist ja immer ein Stich ins Münchner Herz – im Eishockey noch mehr als im Fußball, wo etwa ein Anhänger des FC Augsburg durchaus mit dem FC Bayern sympathisieren kann. Was hingegen nicht geht: Den Augsburger Panthern und dem EHC München gleichermaßen zugetan zu sein.

Die Rivalität erblüht nun im Playoff-Halbfinale. Augsburg erlebt Tage der Hochstimmung, jedes Playoff-Spiel ist ausverkauft. Und die Fans trauen sich was. Am Sonntag bei Spiel drei in München übernahmen sie einen Münchner Slogan und schrieben ihn auf ihre Bedürfnisse um: „Münchens wahre Liebe – AEV“, tönte es aus dem Augsburger Block. Der Bayerische Rundfunk gab in einer Reportage den gelungenen Spott an seine Hörerschaft weiter. Und so ganz von der Hand zu weisen ist er auch nicht. Denn es gibt in München tatsächlich bekennende AEVler. Sie nennen sich „Behind Enemy Lines – AEV Supporters München“. Sie agieren „hinter den feindlichen Linien“.

Klar, dass das kleine Team aus Augsburg mehr Sympathien genießt als der begüterte Serienmeister. In der Smartphone-App der DEL können die User über einen Jubel-Button entscheiden, wem sie lieber zujubeln. Beim letzten Spiel war das Verhältnis wie folgt: EHC 585 – AEV 2635.

München musste auch Hohn hinnehmen wegen der wiederkehrenden Eis-Pannen in der alten Oberwiesenfelder Halle und wegen der frühen Schließung des nahen BMW-Parkhauses beim ersten Halbfinale.

Von Münchner Seite wiederum wurde reklamiert, dass in Augsburg EHC-Fans mit Bierbechern beworfen und beleidigt wurden, ohne dass der Ordnungsdienst eingeschritten wäre. Auch einen Seitenhieb auf die stark erhöhten Preise in Augsburg (Stehplatz 33 statt wie in der Hauptrunde 19 Euro) verkniff sich der EHC nicht. In München hätten die Fans drei Spiele zum Preis von zwei bekommen (weil es Verlängerungen gab), in Augsburg aber eines (keine Verlängerung) zum Preis von zwei. GÜNTER KLEIN

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