Herrsching – Mit Stolz können die WWK Volleys Herrsching auf ihre fünfte Spielzeit in der Volleyball-Bundesliga zurückblicken. Zwar war wie in den letzten drei Jahren erneut im Viertelfinale Endstation, jedoch brachte man dort den großen Favoriten Alpenvolleys Haching mächtig in Verlegenheit und schnupperte im Entscheidungsspiel kurzzeitig an der Sensation. Am Ende hieß es aber: Raus mit Applaus! „Es war eine super Saison“, sagte Marketingmanager André Bugl. „Wir sind ins Viertelfinale gekommen. Das ist für uns nicht selbstverständlich.“
Mit der Entwicklung der Mannschaft über den Verlauf der Saison ist Bugl, der neben Trainer Max Hauser und Teammanager Fritz Frömming einer der drei Gesellschafter der GCDW Home of Volleyball-GmbH ist, zufrieden.
„Tolle Mannschaft, toller Teamgeist, tolle Saison“, stieß Frömming ins gleiche Horn. „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben den Hauptrunden-Zweiten geschlagen, hatten den Dritten Lüneburg am Rande einer Niederlage. Wir haben den Fünften und Sechsten (Frankfurt und Düren; d. Red.) besiegt.“ Einzig die beiden 2:3-Niederlagen in der Hauptrunde gegen die Bisons Bühl trübten bei Frömming das ansonsten positive Bild. Für die kommende Spielzeit, die Mitte Oktober 2019 startet, will man sich weiter steigern. „Wir müssen weiterhin ernst genommen werden“, kündigte Hauser schon mal an. Der Anspruch des 35-Jährigen ist es, „jedes Jahr ein bisschen besser zu werden.“ Das Hauptaugenmerk wird dabei wohl auf dem Angriff liegen. „Die Annahme hat gepasst, für nächste Saison erhoffe ich mir mehr Durchschlagskraft im Angriff“, sagte Hauser.
Der fleißige Trainer wird in den nächsten Tagen und Wochen sicherlich wieder unzählige Videos sichten, Statistiken aller Volleyball-Ligen durchforsten und noch mehr Gespräche mit potenziellen Spielern und deren Beratern führen wird. Doch anders als in den letzten beiden Spielzeiten, wo nahezu die komplette Mannschaft ausgetauscht wurde (auch weil Durchstarter wie Tom Strohbach oder Christoph Marks von finanzstärkeren Clubs weggelockt wurden), wird ein Großteil der Mannschaft diesmal in Herrsching bleiben. Libero Ferdinand Tille, Zuspieler Johannes Tille sowie die beiden Außenspieler Artem Sushko und Tim Peter bleiben sicher am Ammersee. Das gilt wohl auch für Norbert Engemann, Back-Up im Mittelblock, der als angehender Polizist übrigens der einzige Halbprofi im Herrschinger Kader ist. Und auch bei Kapitän Lukas Bauer, der sich nach abgeschlossenen Masterstudium ins Arbeitsleben stürzen wird, stehen die Chancen durchaus auf Verbleib. Mit den restlichen Spielern wird es in den nächsten Tagen Gespräche geben, sagte Hauser. Alpár Szabó ist einer, den Hauser gerne behalten möchte. Er weiß jedoch, dass der Ungar, mit 63 Blockpunkten erfolgreichster Blocker der Liga, einige gute Angebote auf dem Tisch hat. Entschieden hat sich der 28-Jährige aber noch nicht. Auch Szabo kennt die Vorzüge des Ammerseeclubs. Trotzdem sagt Hauser: „Wir würden ihm keine Steine in den Weg legen.“
Ähnlich wie in der vergangenen Saison haderten die Herrschinger in dieser Spielzeit mit dem Verletzungspech. In der Saisonvorbereitung verletzte sich Johannes Tille, auch Tim Peter spielte oft unter Schmerzen. Zu Beginn des Jahres musste dann Kapitän Lukas Bauer einige Wochen aussetzen. Und im ersten Playoff-Spiel riss sich Nick West die Bänder im Sprunggelenk.
Wirtschaftlich stehen die Herrschinger gut da. Seit dieser Saison haben sie mit dem Versicherungsunternehmen WWK einen Sponsor, der zugleich als Namensgeber auftritt. Da aber auch viele andere kleine und mittlere Sponsoren an Land gezogen wurden, konnte das Projekt Volleyball-Bundesliga in Herrsching, das vor einem Jahr in großer Gefahr war, fortgeführt werden. Nur ein Thema bereitet weiterhin Sorgen: eine regelkonforme Halle fehlt den Herrschingern noch immer. Und es scheint, als würde sich das so schnell auch nicht ändern.