Rosenheim – Aus, vorbei, Sommerpause: So schnell kann es im Eishockey gehen. Noch am Freitag vor dem Heimspiel gegen die Hannover Scorpions spekulierten die Starbulls-Fans auf Traum-Halbfinale gegen Landshut. Man sprach sogar vom Finale um den DEL2-Aufstieg, weil man fest davon ausging, dass Tilburg, das Team aus den Niederlanden, sein Halbfinale gegen Herne gewinnt, aber nicht aufstiegsberechtigt ist.
Doch am Sonntag nach Spiel fünf in Hannover und der 1:2-Niederlage bei den Scorpions ist für die Rosenheimer die Saison vorbei. „So grausam kann der Sport sein. Wir hatten in der Serie ein schlechtes Spiel, und das war am Freitag bei der 5:7-Niederlage. Am Sonntag hat uns bei zwei Pfosten- und einem Lattenschuss auch das notwendige Glück gefehlt“, erklärte ein natürlich enttäuschter Starbulls-Coach Manuel Kofler.
Ein weiterer, viel wichtigerer Grund für das Scheitern: Während bei Rosenheim die Topscorer aus der Haupt- und Meisterrunde, Dusan Frosch und Vitezslav Bilek, in den acht Play-off-Spielen zusammen nur fünf Skorerpunkte schafften, lieferten die Topscorer der Hannoveraner reichlich ab: Patrick Schmid und Bjorn Bombis schafften in ihren neun Spielen zusammen 27 Punkte – 17 davon in der Serie gegen Rosenheim. Letztendlich war die individuelle Klasse der Scorpions entscheidend und das in den letzten beiden Spielen enorm starke Überzahlspiel der Niedersachsen.
Trotzdem führten die Starbulls im „Matchpuck“-Spiel am Freitag 2:1, 3:2 und 4:3 – ein Zwei-Tore-Vorsprung, der die Hannoveraner vielleicht gebrochen hätte, wollte nicht gelingen. Letztendlich machte sich bei den Starbulls auch das Fehlen der beiden routinierten Stammverteidiger Niki Meier und Matthias Bergmann bemerkbar, genauso wurden die beiden lauf- und zweikampfstarken Fabian Zick (verletzt) und Enrico Henriquez (Nachwuchs-Nationalmannschaft) vermisst. „Wir haben alles versucht, waren in der Play-off-Serie voll da, aber bei so engen Spielen machen Kleinigkeiten den Unterschied“, erklärte Trainer Kofler
Großartig war die Unterstützung der Starbulls-Fans, die ihr Team über 60 Minuten anfeuerten und für eine tolle Stimmung im umbenannten Stadion sorgten. Das heißt ab sofort nicht mehr Emilo-, sondern Rofa-Stadion. Dort werden aber erst ab August wieder Eishockeyspiele ausgetragen. HANS-JÜRGEN ZIEGLER