Vorteil im Psycho-Duell

von Redaktion

Für Kimmich ist der Endspurt im Titelkampf Kopfsache

München – Früher flogen die Giftpfeile in schöner Regelmäßigkeit zwischen den Bossen des FC Bayern und denen von Borussia Dortmund hin und her. Heutzutage geben sich die Club-Oberen harmonisch, sitzen friedlich nebeneinander in Talkshows – so wie Karl-Heinz Rummenigge und Hans-Joachim Watzke am Sonntag bei Sky. Die Kampfansage nach der bayerischen 5:0-Gala gegen den BVB übernahm deshalb ein Spieler: Joshua Kimmich eröffnete das Psycho-Duell. „Wir sehen natürlich auch, dass die Dortmunder eine Schwächephase hatten“, sagt der Rechtsverteidiger. Kimmich meinte die Last-Minute-Siege gegen Hertha (3:2) und Wolfsburg (2:0). „Sie haben die zwei Spiele in einer Art und Weise gewonnen, die nicht gut, sondern glücklich war. Immer Glück ist eine Qualität. Aber es ist schwer, das Glück bis zum Ende zu erzwingen.“

Nach der deftigen Abreibung im direkten Duell dürften jetzt die Selbstzweifel wachsen. Kimmich meint: „Die Dortmunder werden anfangen, nachzudenken.“ Und noch wichtiger sei: „Die Gegner, die auf Dortmund zukommen, sehen, dass der BVB verwundbar ist.“ Ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Mainz, Freiburg und Düsseldorf.

Im Psycho-Duell sieht Kimmich seine Bayern unweigerlich im Vorteil. „Auf der einen Seite hast du Druck, auf der anderen Seite ein Riesenziel vor Augen. Man muss jetzt einfach die Gier spüren – und nicht die Angst, es noch abzugeben“, sagte er.

Letzteres schien sich am Samstag in den BVB-Reihen breit zu machen. Die große Angst, am Ende einer bislang starken Saison doch wieder die Jubelbilder vom Münchner Marienplatz sehen zu müssen. Und genau die würden im Mai deutlich ekstatischer ausfallen als zuletzt. Kimmich: „Es wäre schon eine andere Emotion, wenn wir so einen Titelkampf am Ende noch für uns entscheiden könnten. Es wäre ein emotionales Fest.“ Für die letzten sechs Partien gilt aus Bayern-Sicht: voller Fokus, fußballerische Klasse ausspielen, Schüssel stemmen. Oder wie Kimmich sagt: „Es ist so, dass wir in der Theorie mehr Qualität haben als die meisten Gegner. Diese Qualität müssen wir auf den Platz bringen, das ist Kopfsache.“ Die Psyche spricht für den FC Bayern. JONAS AUSTERMANN

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