Manchester – Barcelona! Schon der Name der Stadt klingt für Ole Gunnar Solskjaer lieblich wie eine Suite von Edvard Grieg. 20 Jahre nach seiner Heldentat im Camp Nou gegen Bayern München bekommt er es als Teammanager von Manchester United im Viertelfinale der Champions League mit Lionel Messis Barca zu tun – und kann es kaum erwarten. „Es musste einfach Barcelona sein“, sagt Solskjaer, „nach diesen Spielen gieren unsere Fans und der Club. Wir fahren wieder ins Camp Nou!“
Bevor Solskjaer am kommenden Dienstag in jenes „großartige Stadion“ zurückkehrt, in dem er den Bayern im Finale 1999 mit seinem Treffer zum 2:1 (90.+3) den „Sekundentod“ versetzt hatte, steht heute das Hinspiel an..
Damals, im Mai 1999, schoss er United in seiner „größten Nacht als Fußballer“ (Solskjaer) mit dem berühmtesten Tor der Clubgeschichte“ („Sun“) zum Triple. „Ich habe so viele Nachrichten von Freuden bekommen, die meinten: Dieses Jahr muss es so kommen“, sagt Solskjaer. Papa Öivind reist eigens aus Kristiansund an, um seinen 75. Geburtstag im „Stadion der Träume“ zu feiern. Die (Trainer-)Karriere seines Sohnes, sagt er, komme ihm „wie ein Märchen“ vor. Nach zwei Meisterschaften mit Molde FK, einem missglückten Engagement bei Cardiff City und der Rückkehr zu Molde löste er im Dezember in Manchester Coach Jose Mourinho ab.
Nur wenige trauten dem ehemaligen Trainer der United-Reserve den Job zu. Doch der Mann erwies sich als perfekter Ersatz – und erhielt einen Vertrag bis 2022. Sein Meisterstück machte Solskjaer im Achtelfinale der Königsklasse gegen Thomas Tuchels Paris St. Germain: Nach dem 0:2 in Manchester im Hinspiel glückte United ein 3:1 in Frankreich. Das „Wunder von Paris“ hat die Solskjaer-Skeptiker überzeugt – und das in der dunklen Mourinho-Ära verschüttete United-Selbstvertrauen wiederhergestellt. sid