Paderborn – Almuth Schult schlich mit gesenktem Kopf in Richtung ihrer Teamkolleginnen, Kapitänin Alexandra Popp spendete nach Abpfiff sofort Trost. Zwei dicke Patzer der deutschen Torhüterin haben der neuen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg die Heimpremiere verdorben. Beim Härtetest zwei Monate vor WM-Start gegen Japan verschuldete Schult beim 2:2 (0:1) in Paderborn mit haarsträubenden Fehlpässen beide Gegentore.
Yui Hasegawa (35.) und Kumi Yokoyama (69.) nahmen die Geschenke dankend an. „Es ist blöd, das waren zwei richtige Scheiß-Pässe. Es ist gut, dass es jetzt passiert und nicht bei einem Turnier“, sagte die 28-jährige Schult im ZDF. Die Treffer von Popp (53.) und Svenja Huth (72.) sorgten im letzten Casting vor der Kader-Nominierung (14. Mai) jeweils für den Ausgleich.
Voss-Tecklenburg wollte Schults Fehler nicht überbewerten: „Es fehlt ihr noch etwas Sicherheit und auch die Mentalität. Sie ist eine Perfektionistin, deswegen muss sie im Spiel auch mal einfachere Lösungen finden. Schult hatte zu Jahresbeginn mit einer Maserninfektion zu kämpfen und sucht seitdem nach ihrer Topform.
4804 Zuschauer, darunter Voss-Tecklenburgs Vorgänger-Trainer Horst Hrubesch und Oliver Bierhoff, sahen einen durchwachsenen Auftritt der Gastgeberinnen. Der DFB-Direktor Nationalmannschaften plädierte nach den vorherigen Erfolgen beim WM-Gastgeber Frankreich (1:0) sowie in Schweden (2:1) im ZDF mit Blick auf die WM für „hohe Ziele, aber niedrige Erwartungen“, denn: „Wir haben eine sehr junge Mannschaft.“
Ihre Generalprobe bestreiten die Olympiasiegerinnen am 30. Mai in Regensburg gegen den WM-Neuling Chile. Am 3. Juni fliegt das DFB-Team nach Rennes, wo fünf Tage später der Auftakt gegen China stattfindet. sid