Schrei-Therapie in der Kabine

von Redaktion

In der heißen Phase der Saison schwächelt der HSV – und sucht einen Weg aus der Krise

Hamburg – In der Kabine des Hamburger SV wurde es laut – sehr laut. Es herrschte Schrei-Bedarf nach dem Last-Minute-1:2 gegen den 1. FC Magdeburg. Der Frust über den nächsten Rückschlag im Aufstiegsrennen der 2. Liga musste raus. „Jeder ist sauer. Es ist nicht der Moment, in dem wir da drinnen die Musik anmachen und feiern“, sagte Lewis Holtby.

Der Vizekapitän hatte an dem für den HSV bitteren Montagabend die undankbare Aufgabe, sich als einziger Spieler den Medien zu stellen. Der Mittelfeldspieler hatte zu erklären, was nicht zu erklären war: eine erneut desolate Leistung – und das wieder gegen einen Abstiegskandidaten. „Ich bin der Letzte, der hier den Optimismus verliert. Aber natürlich tut das weh – auch mir“, sagte der sichtlich mitgenommene Trainer Hannes Wolf.

Wie beim 2:3 gegen Darmstadt verspielte der Aufstiegskandidat eine Führung, erneut kassierten die Hamburger in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer. Diesmal traf Philip Türpitz. Besonders erschreckend: Beide Niederlagen waren verdient.

Längst geht bei den Hanseaten die Angst um, dass der in finanzieller Hinsicht lebenswichtige Wiederaufstieg doch noch verpasst wird. Der Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals durch das 2:0 in Paderborn ist nur ein Ausreißer nach oben in einer Reihe von Tiefs in diesem Jahr.

Der HSV ist in der Rückrunden-Tabelle gerade einmal auf Platz zehn. Nach der ersten Halbserie war er ganz vorn. Dass die Hamburger noch auf Rang zwei und damit einem direkten Aufstiegsplatz stehen, liegt vor allem an der Konkurrenz wie dem Dritten Union Berlin oder dem SC Paderborn, die sich ebenfalls regelmäßig Aussetzer gönnen.

Holtby blieben am Ende nur Appelle. „Jeder muss sich in dieser Woche hinterfragen – jeder einzelne: Investiere ich alles? Bin ich nur auf Höhe im Pokal oder auch, wenn Magdeburg hierherkommt?“, sagte er: „Denn solche Ergebnisse können wir nicht mehr liefern. Sonst wird es ganz schwer.“  dpa

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