München – Das Duell des TSV 1860 mit Preußen Münster wirft seine Schatten voraus. Nicht sportlich – es geht um die aufgeheizte Stimmung zwischen den blauen Fanlagern, die sich im Vorfeld des morgigen Heimspiels zu entzünden droht. Die Initiative „Löwenfans gegen Rechts“ will am „Grünspitz“ nahe des Grünwalder Stadions T-Shirts verkaufen, die sich gegen 1860-Eigner Hasan Ismaik richten. Die entsprechende Ankündigung bei Facebook wurde am Mittwoch nach heftigen Kommentar-Auseinandersetzungen aus dem Netz genommen. Allerdings, so sagen es die Löwenfreunde gegen Rechts, vom Sozialen Netzwerk selbst. „Wir stehen weiter voll dahinter“, posteten die Aktivisten später in einem neuen Beitrag. Der „unfassbare Zuspruch aus der weitläufigen Fanlandschaft unseres Vereins bestärkt uns darin noch weiter“.
Dass diese Verhärtung der Fronten in Gewalt umschlagen könnte, ist denkbar. Aus diesem Grund veröffentlichte der Drittligist ein Deeskalationsschreiben, unterzeichnet von den Geschäftsführern Michael Scharold und Günther Gorenzel. Sehr enttäuscht sei man über die Shirt-Aktion, mit der „eine weitere Eskalation der Situation billigend in Kauf“ genommen werde. „Insbesondere von einer Institution, die sich in der Vergangenheit oft vorbildlich für ein Miteinander und gegen Diskriminierung und Gewalt eingesetzt hat, hätten wir erwartet, dass sie mithilft Gräben zu überwinden“.
Scharold und Gorenzel distanzieren sich „in aller Deutlichkeit“ von derartigem Verhalten und fordern die „Löwenfans gegen Rechts“ auf, „von dem geplanten Verkauf Abstand zu nehmen“. Ob der Appell fruchten wird? Von „tiefen und beängstigenden Gräben“ in der Fanlandschaft schreiben die beiden KGaA-Bosse. Ihr Appell: „Lasst uns endlich gemeinsam anfangen, aufeinander zuzugehen.“ Die Alternative dazu will man sich nicht ernsthaft ausmalen. LUDWIG KRAMMER