Ascacibar rotzt sich ins Aus

von Redaktion

Spuck-Attacke des Argentiniers belegt: Beim VfB liegen die Nerven blank

Stuttgart – Eine ekelhafte Spuckattacke von Santiago Ascacibar, aufgebrachte Fans, die gegen den Präsidenten wüten – und ein angezählter Trainer mit verheerender Bilanz: Die 0:1 (0:0)-Pleite gegen Bayer Leverkusen hat die ohnehin angespannte Lage beim VfB Stuttgart noch einmal erheblich verschärft. Die Nerven liegen blank vor dem Abstiegs-Duell am Karsamstag beim FC Augsburg.

Bezeichnend war der dumme Aussetzer von Ascacibar, der in der Nachspielzeit Bayer-Jungstar Kai Havertz anspuckte und Rot sah. „Solche Leute braucht man in der Bundesliga nicht“, wetterte Kevin Volland bei Sky. „Das geht natürlich gar nicht“, sagte Coach Markus Weinzierl zu seinem eigenen Spieler: „Er (Ascacibar) hat der Mannschaft einen Bärendienst erwiesen. Er muss seine Emotionen im Griff haben.“

Das hatte der argentinische Heißsporn aber selbst nach seinem Platzverweis nicht, als er völlig austickte und auch noch versuchte, Havertz ins Gesicht zu schlagen. Nur das beherzte Eingreifen von Schiedsrichter Tobias Stieler verhinderte Schlimmeres.

Für Leverkusens Trainer Peter Bosz war die Spuckattacke „das Schlimmste, was man machen kann“. Nur Bayer-Boss Rudi Völler, bei der WM 1990 selbst Spuck-Opfer, wollte mit weiterer Kritik „nicht noch mehr provozieren, die Stuttgarter haben schon genug Probleme“.

In der Tat. Der Ausraster von Ascacibar, dem eine harte Strafe droht, war der Tiefpunkt eines Nachmittags zum Vergessen für den biederen und harmlosen VfB. Nach dem erneuten Rückschlag in der entscheidenden Phase des Abstiegskampfes mussten sich die Profis heftige Pfiffe der Fans gefallen lassen. Für die VfB-Anhänger ist aber vor allem Präsident Wolfgang Dietrich der Schuldige an der Misere: Vehement forderten sie zum wiederholten Male dessen sofortigen Abgang.

Da kann Sportvorstand Thomas Hitzlsperger mit der Verpflichtung von Sportdirektor Sven Mislintat noch so sehr die Zukunft des Traditionsvereins planen – die Gegenwart sieht düster aus. dpa

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