Nürnberg – Den Ärger über ein verwehrtes Tor und seinen verschossenen Foulelfmeter verarbeitete Hanno Behrens unter freiem Himmel. Mit einer Greifzange ausgestattet nahm der Kapitän des 1. FC Nürnberg an einer Aufräumaktion für den guten Zweck teil. Ablenkung konnte Behrens nach dem unglücklichen 1:1 (0:0) am Freitagabend gegen den FC Schalke 04 auch gebrauchen.
Denn die Chance der Franken auf den Erhalt der Klasse schwindet weiter – die Zuversicht jedoch nicht. „Wir zeigen sehr gute Leistungen, da ist es auch möglich, in Leverkusen zu punkten“, sagte Behrens mit Blick auf den nächsten Kontrahenten.
Drei Punkte gegen Schalke wären so wichtig gewesen, um den Druck auf den VfB auf Relegationsplatz 16 zu erhöhen. Die Stuttgarter bringen sich aber wenigstens selbst in die Bredouille. Nach dem 0:1 gegen Leverkusen schmolz ihr Vorsprung auf den FCN auf drei Zähler.
Vielleicht wäre für den Club einiges anders gelaufen, hätte Schiedsrichter Robert Kampka dem nimmermüden Behrens nicht das Tor in der 43. Minute verwehrt. „Das ist eine klarste Fehlentscheidung, die darf auf diesem Niveau nicht passieren“, kritisierte FCN-Trainer Boris Schommers. Kampka habe ihm gegenüber eingeräumt, zu früh gepfiffen zu haben. Es sei „extremst bitter, dass so eine Fehlentscheidung auf diesem Niveau passiert“, ergänzte Schommers. Seine Mannschaft hatte mit der Vielzahl an Torchancen den Ausgang der Partie aber auch selbst in der Hand.
Behrens hatte nach einer verunglückten Rückgabe von Schalkes Daniel Caligiuri den Ball vor Schlussmann Alexander Nübel vorbeigespitzelt und die vermeintliche Führung erzielt. „Aus meiner Sicht wird uns ein reguläres Tor weggepfiffen. Ich berühre den Torwart nicht, das Bein ist nicht gestreckt. Das ist ein klares Tor, ich konnte es in dem Moment gar nicht glauben“, meinte Behrens.
Fassungslos mussten die FCN-Fans nur vier Minuten nach dem Aufreger miterleben, wie der Club-Kapitän mit einem Foulelfmeter am starken Nübel scheiterte. Es war eine von vielen aussichtsreichen Torchancen der Franken gegen wie ein Absteiger auftretende Schalker.
Einmal waren die Nürnberger in der 82. Minute durch Yuya Kubo doch erfolgreich. Nur zwei Minuten später lenkte Matija Nastasic einen Schuss von Omar Mascarell ins Tor von Christian Mathenia ab und ramponierte die Hoffnungen des FCN auf die Rettung weiter. Als „absolutes Dreckstor“ titulierte Offensivspieler Sebastian Kerk folglich den Ausgleich.
„Wir haben nur einen Punkt gewonnen, darüber bin ich in erster Situation enttäuscht“, räumte Schommers ein. „Ich bin aber auch sehr stolz auf die Mannschaft, dass es der 1. FC Nürnberg schafft, gegen den FC Schalke 04 so ein Spiel auf den Platz zu bringen. Das ist schon beachtlich.“ Schommers ging sogar noch einen Schritt weiter. „Die Mannschaft hat unter meiner Leitung das beste Spiel absolviert“, lobte er.
Seit drei Spielen haben die von Schommers trainierten Franken nicht mehr verloren. Allerdings läuft dem Verein die Zeit davon. „Wenn man das Spiel sieht, kann man nur guter Hoffnung sein“, sagte der Trainer dennoch. „Mit dieser Leistung und den Leistungen der letzten Wochen müssen wir uns vor niemandem verstecken“, betonte Kerk. Mittelfeldspieler Patrick Erras meinte mutig: „Es sind noch fünf Spiele, es ist noch nichts verloren.“