Gala mit Schreck

von Redaktion

Bayern siegen 4:1 in Düsseldorf, aber Neuer verletzt sich erneut an der Wade

VON ULLI BAUM

Düsseldorf – Es war ein fast perfekter Nachmittag am Rhein. Der FC Bayern hat die am Tag zuvor an Borussia Dortmund kurzzeitig verlorene Bundesliga-Tabellenführung zurückerobert und Fortuna Düsseldorf diesmal standesgemäß in die Schranken gewiesen. Beim souveränen 4:1 (2:0)-Sieg bewiesen die Münchner gestern, dass sie sich von der Unruhe in den vergangenen Tagen nicht beeindrucken ließen. Allerdings beendete der Rekordmeister auch mit ein paar Sorgenfalten den Ausflug nach Düsseldorf.

Torhüter Manuel Neuer hatte in der 53. Minute ausgewechselt werden müssen, weil er sich bei einem Abspiel an der linken Wade verletzt hatte. Der Münchner Kapitän humpelte später auf Krücken aus dem Stadion und konnte deshalb auch auch nicht wie geplant den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen in der Düsseldorfer Staatskanzlei entgegennehmen. Präsident Uli Hoeneß persönlich hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet davon noch aus dem Stadion unterrichtet. „Es ist dieselbe Wade, die ihm vor zwei Wochen schon Probleme bereitet hat“, sagte Trainer Niko Kovac: „Wir müssen die MRT-Untersuchung am Montag abwarten. Wenn er sich verletzt hat, würde uns das schon treffen.“

Weder die Uneinigkeit der Bayern-Bosse in Sachen Rückendeckung für Kovac noch der Trainingszoff zwischen Robert Lewandowski und Kingsley Coman hatte Auswirkungen. Im Gegenteil: Coman zeigte eine starke Leistung und erzielte die ersten zwei Treffer der Bayern, Serge Gnabry und Leon Goretzka sorgten für die anderen beiden. Lewandowski blieb dagegen erneut im Duell mit Düsseldorf ohne Tor, die Fortuna ist die einzige Mannschaft in der Bundesliga, gegen die der Pole noch nie getroffen hat. „Wir sind sehr seriös an dieses Spiel herangegangen und haben nicht allzu viel zugelassen“, sagte Kovac: „Meine Mannschaft hat das außerordentlich gut gemacht.“

Der Bayern-Trainer war mit derselben Mannschaft ins Spiel gegangen wie eine Woche zuvor im Gipfeltreffen gegen Dortmund. Kollege Friedhelm Funkel ließ – nicht ganz überraschend – in Lukebakio jenen Spieler erst einmal auf der Bank, der den Münchnern im Hinspiel Ende November so zugesetzt und alle drei Düsseldorfer Tore erzielt hatte. Zu schwankend waren die Leistungen des 21-Jährigen in den vergangenen Monaten gewesen.

Auch sonst erinnerte am Sonntag mal nicht viel an das 3:3 im ersten Duell der beiden Teams. Die Münchner gingen zwar wie im November 2:0 in Führung aber dieses Mal gaben sie die Kontrolle nie aus der Hand. Abgesehen von einer kurzen Phase Mitte der zweiten Halbzeit, als der FC Bayern ein wenig Tempo aus der Partie nahm, waren die Rheinländer dieses Mal bis zur Schlussphase ohne Chance.

Dass Lukebakio zum vierten Mal gegen die Münchner in dieser Saison treffen konnte, lag weder an Sven Ulreich, der Neuers Posten im Tor übernommen hatte, noch an einer nachlässigen Einstellung der Bayern. Schiedsrichter Zwayer hatte nach Eingreifen des Videoassistenten kurz vor Ende der regulären Spielzeit auf Handspiel von Mats Hummels entschieden – und einen umstrittenen Elfmeter verhängt.

Aber zu diesem Zeitpunkt war die Partie bereits entschieden. Nach Comans Doppelpack in der ersten Hälfte (15. Minute/41.) hatte der wieder glänzende Gnabry kurz nach Neuers Auswechslung für die Vorentscheidung vor 53 400 Zuschauern in der ausverkaufen Düsseldorf Arena gesorgt (55.). Nach dem Gegentreffer traf der eingewechselte Goretzka Sekunden vor dem Abpfiff zum 4:1-Endstand. „Wir waren von Anfang an da. Wir sind gut reingekommen“, sagte Thomas Müller. Der Dortmunder Sieg am Samstag habe man wahrgenommen, aber „den Druck haben wir immer“, gab der Stürmer zu: „Es schadet uns auch nichts, wenn wir Druck haben.“

Artikel 1 von 11