„Das Übel an der Wurzel packen“

von Redaktion

Bayern-Verteidiger Hummels übt nach umstrittenen Handelfmeter Kritik an der Regel

Düsseldorf – Es war ein Bild für die Götter. Just in dem Moment, als Fortuna Düsseldorf gegen den FC Bayern kurz vor Spielende einen zweifelhaften Handelfmeter zugesprochen bekommen hatte, entrollten die Heimfans ein Banner mit der Aufschrift „Videobeweis abschaffen“. Später reagierte auch Thomas Müller auf seine ganz eigene Art: „Ich würde den Elfmeter als Stürmer nicht haben wollen. Wenn ich den bekomme, schiebe ich ihn absichtlich daneben, glaube ich“, sagte er.

Was war passiert? Kurz vor Spielende segelte eine Hereingabe in den Münchner Strafraum, Thiago und Mats Hummels gingen zum Ball. Der Spanier erreichte das Leder zuerst, schoss es seinem Abwehrkollegen aus nächster Nähe unglücklich an die Hand. Schiedsrichter Felix Zwayer ließ das Spiel zunächst weiterlaufen, bekam fast eine Minute später aber doch noch ein Signal aus dem Kölner Keller. Daraufhin schaute er sich die Szene noch mal an und entschied auf Elfmeter.

„Es werden einfach zu viele Handelfmeter gegeben“, fand Hummels. Man müsse sich überlegen, „ob man das alles irgendwann auf ein absichtliches Handspiel reduziert und die ganzen Zufallsprodukte aus kurzer Distanz nicht mehr mit Elfmeter ahndet“. Dem Berliner Schiedsrichter machte der Innenverteidiger allerdings keinen Vorwurf für ihn sei es „ganz klar eine Regel-Kritik. Man muss das Übel an der Wurzel packen.“

Der Abwehrmann verwies in diesem Zuge auch auf eine Elfmeterentscheidung, als Stuttgarts Mario Gomez seinem Leipziger Gegenspieler Willi Orban aus nächster Nähe an die Hand geköpft hatte. Der Unparteiische damals übrigens: Felix Zwayer aus Berlin. Orban hatte anschließend eine Überarbeitung der Handspiel-Regel gefordert. Hummels argumentierte jetzt in eine ähnliche Richtung. „Es ist ganz wichtig, dass nun langsam aber sicher ein Riegel vorgeschoben wird und dass nicht jedes Handspiel gleich ein Elfmeter ist“, fand er.

Immerhin: Die Fußball-Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) haben jüngst Änderungen in Sachen Handspiel beschlossen. Künftig gelten die „unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche“ und eine Armhaltung über Schulterhöhe als strafbares Handspiel. Eine Ausnahme soll gemacht werden, wenn der Ball zuvor von einem anderen Körperteil abprallt oder bei einer Grätsche zum Abstützen gebraucht wird. Ob es den Hummels-Elfer in Düsseldorf dann noch geben würde? Kaum zu beantworten.  jau

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