Unterhaching im freien Fall

von Redaktion

792 Drittliga-Minuten ohne Tor – und plötzlich mitten im Abstiegskampf

Unterhaching – Ein rauschhaftes 4:0 gegen den KFC Uerdingen, als Tabellenfünfter nur zwei Punkte hinter Relegationsplatz drei – so verabschiedete sich die SpVgg Unterhaching am 23. Dezember in die Winterpause. Was folgte, war eine Geisterbahnfahrt, die noch immer andauert und geradewegs in die Regionalliga führen könnte.

13 Ligaspiele, ein 1:0-Sieg, drei 0:0-Unentschieden und neun teils deftige Niederlagen – so lautet die Bilanz der Mannschaft von Trainer Claus Schromm, dem die Ratlosigkeit am Sonntag nach dem 0:1 gegen Zwickau ins Gesicht geschrieben stand. „Ich weiß nicht mehr, was ich sagen soll“, hob der Chefcoach zur Erstanalyse an. Vorläufiges Fazit: „Jetzt sind wir da, wo wir nicht hinwollten – nämlich im Abstiegskampf.“

Fünf „Endspiele“ um den Klassenerhalt nennt er das Restprogramm der Hachinger, die nun nacheinander gegen die direkten Konkurrenten Fortuna Köln und Carl-Zeiss Jena antreten müssen. Was ihm Hoffnung auf Punkte mache, wurde Schromm gefragt. Seine Antwort: „Wenn man sieht, dass die Mannschaft Woche für Woche gewillt ist, obwohl wir jedes Mal in die Fresse bekommen, da sage ich Respekt und Hut ab. Wenn wir so weitermachen, wird es irgendwann wieder klappen.“

Eine gute Portion Zweckoptimismus, keine Frage, aber nach der beherzten Leistung gegen Zwickau auch nicht ganz unbegründet. Knackpunkt war dieses Mal der Elfmeter kurz vor dem Pausenpfiff, den Stefan Schimmer so wuchtig wie unplatziert ausführte und somit zur leichten Beute machte. Immerhin: Flügelflitzer Luca Marseiler gab nach gut einmonatiger Verletzungspause ein vielversprechendes Comeback, nachdem er in der 66. Minute für Maxi Krauß eingewechselt wurde. Für die Partie im Kölner Südstadion am Samstag (14 Uhr) dürften sich zudem Christoph Greger und Marc Endres zurückmelden.

Bleibt aus Hachinger Sicht zu hoffen, dass auch die von den Sportfreunden Lotte übernommene neue Drittliga-Rekordmarke von 792 Minuten ohne Torerfolg nicht wesentlich weiter ausgebaut wird. „Ich weiß nicht, was wir noch für Chancen brauchen, besser kannst du eigentlich nicht spielen“, befand Offensivkollege Jim-Patrick Müller am TV-Mikrofon. Etwas zu schöngefärbt zwar, aber unter Berücksichtigung der besonderen Umstände durchaus verständlich. LUDWIG KRAMMER

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