Yoga-Fan und Leseratte

von Redaktion

Bayern-Überraschung Serge Gnabry entwickelte sich zum Muster-Profi

VON MANUEL BONKE

München – Er ist die größte Überraschung in dieser Saison beim FC Bayern. Serge Gnabry hat sich in seinem ersten Jahr in München auf Anhieb durchgesetzt. Bereits neun Tore erzielte der Flügelstürmer in der Bundesliga und ist damit aktuell zweitbester Bayern-Torschütze hinter Robert Lewandowski (21). Die Gründe für seinen Erfolg sind vielschichtig.

Kontinuität

Seit Beginn seiner Karriere plagen Gnabry häufig muskuläre Wehwehchen. Die medizinische Abteilung des FC Bayern scheint dieses Problem in den Griff bekommen zu haben. Gnabry blieb in der Rückrunde bisher verletzungsfrei, verpasste lediglich wegen einer Grippe Mitte März ein Spiel. Positiver Nebeneffekt: Gnabry spielt kontinuierlich und hat unter Trainer Niko Kovac einen guten Rhythmus. Selbst in den anstrengenden Englischen Wochen im Februar und März stand er stets in der Startelf – und zahlte es mit Toren und Vorlagen zurück. Lothar Matthäus schwärmte in seiner Sky-Kolumne von Gnabry und Flügelpartner Kingsley Coman. Die beiden, schreibt er, seien „in die riesengroßen Fußstapfen von Arjen Robben und Franck Ribery getreten. Kovac hat es heimlich, still und leise geschafft, dass man die Qualität der legendären Flügelzange nicht mehr vermisst.“

Eigeninitiative

Zu Beginn seiner Karriere musste sich Gnabry häufig den Vorwurf gefallen lassen, schlampig zu arbeiten. Mittlerweile ist der 23-Jährige ein Musterprofi, hängt sich in jeder Einheit rein und legt darüber hinaus Extra-Schichten im Kraftraum ein. Darum gab es bereits Lob von Vorzeige-Athlet Arjen Robben: „Ich habe jetzt einen Freund im Fitness-Raum. Er ist auch immer dabei. Sehr fleißig! Er will immer an sich arbeiten, hat eine sehr gute Einstellung, ist ein richtiger Profi.“ Darüber hinaus zeigt Gnabry auch abseits der Säbener Straße Eigeninitiative. Unter anderem geht er zum Yoga und arbeitet regelmäßig mit Neuroathletik-Trainer Lars Lienhard, um seine Hirn-Areale schneller mit den Muskeln zu verknüpfen. Zusätzlich beschäftigt sich der Veganer intensiv mit dem Thema Ernährung. Gnabry liest Biografien von erfolgreichen Sportlern sowie Geschäftsleuten.

Wohlfühlfaktor

Schon als Gnabry noch in Hoffenheim spielte, bekam er nach guten Auftritten regelmäßig WhatsApp-Nachrichten von Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Das Vertrauen des Clubs in seine Person tut ihm gut. Was ebenfalls hilft: Mit Joshua Kimmich, Niklas Süle und Leon Goretzka ist er befreundet, und seinen Heimatort Weissach bei Stuttgart, wo seine Familie lebt, erreicht er in knapp drei Autostunden.

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