Innsbruck/Unterhaching – Als sie mit den Bronzemedaillen um den Hals in der immer noch gut gefüllten Max-Schmeling-Halle für das Saisonabschluss-Foto posierten, da war die Enttäuschung schon aus den Gesichtern von Spielern und Trainern der Alpenvolleys Haching gewichen. Und als der Tross des Gemeinschaftsprojekts aus Innsbruck und Unterhaching wenig später mit dem Bus zum Hotel fuhr, da fand Manager Hannes Kronthaler trotz des Halbfinal-Aus nach dem 0:3 (24:26, 19:25, 23:25) bei Titelverteidiger Berlin freundliche Worte für sein Team, das die Deutsche Volleyball-Meisterschaft auf Platz drei abgeschlossen hat. In akzentfreiem Englisch, was ja die Verkehrssprache der internationalen Truppe ist, sagte er: „Ihr alle könnt stolz auf Eure Leistung über die ganze Saison sein. Am Ende hat auch ein wenig Glück gefehlt.“ Und er fügte mit Blick auf die Saisonvorgabe „Platz drei“ hinzu: „Das Ziel wurde erreicht, ich bin glücklich.“
Natürlich hätten die Alpenvolleys aber nur zu gerne über dieses Ziel hinausgeschossen. Und tatsächlich wäre in diesem vierten Match der mit 3:1 zu Gunsten der Berliner entschiedenen Best-of-5-Serie der Ausgleich und damit das Erreichen eines Entscheidungsspiels zuhause in Innsbruck möglich gewesen.
Vor 4455 Zuschauern in der Hauptstadt vergaben die Grenzgänger im ersten Satz bei einer 24:22-Führung zwei Satzbälle, ehe Kyle Russell gleich die erste Chance für Berlin nutzte. Die Alpenvolleys steckten dieses unnötige 24:26 zunächst unbeeindruckt weg, führten im zweiten Durchgang 13:10. Doch die Hausherren drehten den Spieß dank Georg Kleins starker Aufschläge mit acht Punkten am Stück um. Dieses 13:18 war nicht mehr aufzuholen, am Ende hieß es 19:25.
Umgekehrt schafften es dann im dritten Satz allerdings die Berliner, fünf Zähler wettzumachen: Trotz eines 17:12-Vorsprungs mussten sich die Alpenvolleys, als ihr Angreifer Kirill Klets beim ersten Matchball des Gegners geblockt wurde, nach 81 Minuten mit 23:25 geschlagen geben.
„Den ersten und den dritten Satz hätten wir gewinnen sollen“, trauerte Kronthaler den verpassten Chancen durchaus nach. Trotzdem zeigte er sich mit der Vorstellung seiner Mannschaft zufrieden, gerade im Vergleich mit dem 0:3 im ersten Auswärtsspiel der Serie.
Auch wenn den Alpenvolleys erneut kein Satzgewinn gelang, fand der 53-Jährige: „Von der Einstellung her hat es gepasst. Wir hatten viel mehr Chancen als letztes Mal. Und man hat den Berlinern den Druck schon angemerkt.“
Lob für einen beherzten, in den entscheidenden Momenten aber doch nicht für den Endspieleinzug ausreichenden Auftritt gab es auch vom Gegner: „Die Alpenvolleys haben eine Superserie gespielt, es waren wirklich intensive Duelle. Auch wenn wir der glückliche Sieger sind, dürfen sie stolz auf Bronze sein“, sagte Berlins Angreifer Moritz Reichert.
Kronthaler erwiderte dieses respektvolle Urteil mit einer Prognose für die am Samstag beginnende Serie um den Titel, den zum siebten Mal in Folge Berlin und der VfB Friedrichshafen unter sich ausmachen: „Im Finale herrschen eigene Gesetze, aber für mich ist Berlin leicht favorisiert.“