Der Ball will einfach nicht ins Tor

von Redaktion

Bayern-Frauen beim 0:1 im CL-Hinspiel gegen Barcelona abschlusschwach – nun wird es schwer, ins Finale zu kommen

VON CHRISTIAN STÜWE

München – Sara Däbritz nahm drei Schritte Anlauf und zirkelte den direkten Freistoß von kurz hinter der Strafraumgrenze über die Mauer. Der Ball senkte sich gefährlich, aber letztlich fehlten ein paar Zentimeter. Die Latte rettete für Torhüterin Sandra Panos. Es wäre der 1:1-Ausgleich gewesen, in der 90. Minute. Die Fußballerinnen des FC Bayern hätten eine völlig andere Ausgangslage für das Rückspiel im Halbfinale der Champions League am Sonntag beim FC Barcelona (12 Uhr) gehabt. „Wir hatten unsere Situationen. Ein Unentschieden war definitiv drin. Aber es hat nicht sollen sein“, erklärte Trainer Thomas Wörle. Mit 1:0 (0:0) gewann Barca das Hinspiel, die Bayern-Frauen müssen nun in Barcelona gewinnen, um doch noch ins Finale der Königinnenklasse einzuziehen.

Was ein ziemlich schwieriges Unterfangen werden dürfte. Denn Barcelona erwies sich am Ostersonntag im Stadion am Bayern-Campus als der erwartet schwere Gegner. Die Spanierinnen hatten deutlich mehr Ballbesitz und trafen je einmal Pfosten und Latte. Glück hatte Kathrin Hendrich, als sie gegen Barcelonas niederländische Angreiferin Lieke Martens im Strafraum zu spät kam, der Elfmeterpfiff aber ausblieb. In der 63. Minute ließ die Bayern-Abwehr dann Kheira Hamraoui zu viel Platz, die französische Nationalspielerin erzielte vom rechten Strafraumeck das Tor des Tages.

Es zeigte sich aber auch, dass Barca verwundbar ist. Immer wenn die Bayern-Frauen die Ballzirkulation der Katalaninnen unterbrechen und selbst das Spiel machen konnten, ergaben sich Chancen. Doch wie schon in den letzten beiden Ligaspielen gegen Essen und Sand taten sich die Münchnerinnen mit der Verwertung schwer. „Es zieht sich bei uns durch die letzten Spiele, dass wir das Tor nicht treffen“, sagte Abwehrspielerin Kristin Demann: „Wir sind vielleicht zu inkonsequent, vielleicht einen Tick zu nervös. Wir müssen klaren Kopf bewahren.“

Ruhig zu bleiben wird im Rückspiel von zentraler Bedeutung sein. Die Partie wird im „Mini Estadi“ ausgetragen, einem im Umfeld des Camp Nou gelegenen Stadion, das 15 000 Zuschauer fasst und ausverkauft sein wird. In dieser heißen Atmosphäre müssen die Bayern-Frauen ihre Aufholjagd starten. „Es ist nur ein 0:1, somit haben wir noch die Möglichkeit es in Barcelona rumzureißen“, erklärte Verena Schweers. Um weiterzukommen, muss die Wörle-Elf ein Tor mehr als Barca erzielen. Es bleibt zu hoffen, dass die Bayern-Frauen ihre Kaltschnäuzigkeit in Katalonien wiederfinden.

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