Freiburg – Die schwarz-gelben Autogrammjäger warteten am Mannschaftsbus in Scharen auf ihre Idole, doch allzu lange wollten sich Marco Reus und die anderen Fußballer von Borussia Dortmund mit der souverän gelösten Pflichtaufgabe nicht aufhalten. Das 4:0 beim SC Freiburg war für sie schließlich nur ein weiterer Schritt zum ganz großen Ziel – die neunte Meisterschaft der Vereinsgeschichte.
„Es ist völlig egal, wie hoch wir gewinnen. Hauptsache wir gewinnen und halten den Druck hoch“, sagte der überragende Kapitän Reus, nachdem sein Team den Rückstand auf Tabellenführer Bayern München wieder auf einen Punkt verkürzt hatte: „Wir müssen dranbleiben. Es wird bis zum Ende spannend bleiben, dann werden wir hoffentlich belohnt.“
Aber eben nur, wenn der BVB seine Hausaufgaben macht. Wie beispielsweise in Freiburg, wo die Mannschaft von Trainer Lucien Favre im Stile einer Spitzenmannschaft auftrat und die wenigen Möglichkeiten eiskalt verwertete. Torschütze Reus (54.) bereitete bei seinem besten Auftritt seit langer Zeit noch die Treffer von Jadon Sancho (12.) und Mario Götze (79.) vor, zudem traf Paco Alcacer (87.) per Handelfmeter.
Der Kantersieg stärkte auch die Zuversicht der Westfalen für das bevorstehende Revierderby am Samstag gegen Schalke 04 (15.30 Uhr/ARD und Sky), das angesichts der derzeitigen Tabellensituation eigentlich auch ein Selbstläufer werden sollte. „Das wird geil“, sagte Mittelfeldspieler Thomas Delaney, „wir sind oben in der Tabelle und wollen gewinnen“.
Tatsächlich könnte dieser Tag dann ein aus Dortmunder Sicht rundum perfekter werden. Ein Sieg gegen den Erzrivalen ist bekanntlich immer ein Genuss, gleichzeitig könnte nun aber auch noch die Krise von S04 verschärft und zudem die Tabellenführung zumindest für eine Nacht übernommen werden. Die Bayern spielen nämlich erst am Sonntag beim 1. FC Nürnberg.
„Wir müssen jetzt auch Schalke weghauen“ forderte Reus, während Götze meinte: „Es zählt nur, dass wir drei Punkte holen.“ Was dann unter Umständen ja doch dazu führen könnte, dass sich die Bayern von der Dortmunder Hartnäckigkeit beeindruckt zeigen und einen möglicherweise entscheidenden Ausrutscher im Titelduell erlauben.
Davon ausgehen sollten sie in Dortmund allerdings ebenso wenig wie eine Woche später, wenn München vor heimischer Kulisse Schlusslicht Hannover 96 empfängt. Vermutlich ließ Favre auch deshalb alle Fragen ins Leere laufen, die auf etwaige Patzer des Konkurrenten und erhöhte Chancen seines Teams abzielten.
„Wir müssen aufhören, ‘wäre, wäre, wäre’ zu sagen. Das ist nicht professionell“, sagte der 61-Jährige: „Wir haben genug mit unserem eigenen Programm zu tun. Das Wichtigste ist für uns Arbeit, Arbeit, Arbeit. Fertig.“