München – Es gibt derzeit nicht viele Momente, in denen Renato Sanches zum Lachen zumute ist. Sein Fünf-Minuten-Einsatz am Samstag gegen Werder Bremen war jedenfalls zu wenig, um beim Mittelfeldspieler des FC Bayern für gute Laune zu sorgen. Schon eher die Begegnung mit dem niederländischen Ex-Profi Edgar Davids im VIP-Bereich der Allianz Arena. Auf dem Foto, das Sanches später auf Instagram postete, wirkte er jedenfalls ganz entspannt.
Vielleicht lag es daran, dass er davor bereits etwas Luft abgelassen hatte. Sanches beschwerte sich wieder einmal über seine unbefriedigende Situation beim Rekordmeister. „Fünf Minuten sind nicht genug. Zu spielen ist das, was ich liebe“, sagte der Portugiese. „Ich gebe mein Bestes – in jedem Training. Der Coach weiß das, meine Kollegen auch.“
Sanches denkt über einen Abschied im Sommer aus München nach. „Aber ob eine Ausleihe oder ein Verkauf besser ist? Ich weiß es nicht. Wir haben noch einen Monat. Ich werde sehen, was das Beste für mich ist“, ließ Sanches wissen. Es sei ihm egal, ob es in Portugal, England oder Spanien ist, „ich will einfach nur spielen“.
Das Verhältnis zu Bayern-Trainer Niko Kovac hat sich merklich abgekühlt in den vergangenen Monaten. Zu Saisonbeginn, nachdem Sanches im Champions League-Spiel bei seinem Heimatverein Benfica Lissabon einen beachtlichen Auftritt gezeigt hatte, durfte er darauf hoffen, den Durchbruch endlich zu schaffen. Aber die Dinge beim FC Bayern entwickelten sich im Herbst anders – und damit auch für Sanches.
Kovac hat Verständnis für Sanches’ Frust („es ist nicht einfach für ihn“), sieht aber momentan keinen Grund, größere Veränderungen vorzunehmen. „Die Mannschaft ist gefestigt. Jeder Einzelne auf dem Feld macht seine Sache gut“, sagte der Bayern-Coach. Sanches müsse warten, „dass es Situationen gibt, in denen man sagt: Jetzt brauchen wir ihn, weil wir Dynamik brauchen“.
Der 21-Jährige ist sicher, dass für ihn wieder andere, bessere Zeiten kommen: „Ich habe noch 15 Jahre, um Fußball zu spielen. Jetzt gerade ist es hart, aber die Zukunft kann noch gut werde. Ich arbeite und trainiere einfach weiter.“ es