Barcelona – Europameister Timo Boll (Düsseldorf) ist bei der Tischtennis-WM in Budapest im Einzel-Achtelfinale unerwartet früh der letzte deutsche Trumpf. Der Weltranglistenfünfte erreichte durch einen souveränen 4:0-Drittrundenerfolg gegen den Japaner Masataka Morizono am Mittwoch als einziger Spieler des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) die Runde der besten 16 und trifft heute auf den südkoreanischen Weltranglistenzehnten Jang Woojin.
Die beiden weiteren deutschen Top-20-Spieler Dimitrij Ovtcharov (Hameln/Orenburg) und Patrick Franziska (Saarbrücken) hingegen scheiterten am Sprung ins Achtelfinale. Der Weltranglistenzwölfte Ovtcharov musste sich unerwartet dem 46 Plätze tiefer geführten Kroaten Tomislav Pucar mit 3:4 geschlagen geben und sorgte damit in Ungarn für die bislang größte Enttäuschung im DTTB-Lager. Franziska unterlag dem zwölf Positionen höher notierten Weltranglistensechsten Lee Sangsu (Südkorea) deutlich mit 1:4.
Boll steht zum siebten Mal nacheinander bei einer WM-Teilnahme im Achtelfinale. Trotz der beeindruckenden Serie des 38 Jahre alten Dritten der Titelkämpfe von 2011 verpassten die DTTB-Herren allerdings durch das Aus von Franziska und Ovtcharov, der auch nach seinem siebten WM-Einzelstart weiter auf sein erstes Viertelfinale warten muss, eine Wiederholung ihres Ergebnisses von der vergangenen WM 2017 in Düsseldorf mit drei Achtelfinalisten. Die deutschen Damen waren am Vortag erstmals seit 1991 schon komplett vor der dritten Runde ausgeschieden.