Fleißig und dominant

von Redaktion

Bayerns Pokal-Held Müller

VON MANUEL BONKE

München – Auf eine derartige Gala hatte man beim FC Bayern länger warten müssen. Thomas Müller war beim 3:2-Pokalsieg in Bremen der überragende Mann auf dem Platz – und das lag nicht nur an seinem Treffer und seiner Torvorlage.

Es hatte vor allem mit der Art und Weise zu tun, wie sich Müller auf dem Platz präsentierte: Zum einen war er aufopferungsvoll gegenüber seiner Mannschaft, so dass auch Bayern-Patron Uli Hoeneß ein Sonderlob verteilte: „Thomas hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Er ist gerannt wie ein Hase und hat sehr viel nach hinten gearbeitet.“ Zum anderen war Müller emotional-dominant, teilweise sogar bemerkenswert einschüchternd gegenüber dem Gegner aus Bremen. „Der Spielverlauf hat natürlich auch so ein Herzschlagfinale provoziert bei so einer Atmosphäre. Da gibt es immer wieder ein paar hitzige Szenen und man will ja mit aller Macht ins Finale einziehen – und das hat man in mancher Situation gesehen“, erklärte Müller selbst.

Torwart Sven Ulreich schwärmte: „Thomas ist immer sehr wichtig für uns als Mannschaft, weil er viele Laufwege macht, die vielleicht auch unnötig sind für das Auge, aber für das weitere Spiel sehr wichtig sind. Das ist eine wichtige Komponente bei uns im Spiel.“ Mit seinem Auftritt im Bremer Flutlicht wollte der 29-Jährige klar ein Zeichen an die Mannschaft für die restliche Saison setzen. Seine Botschaft an die Kollegen: „Das ist ja das, was für uns wichtig ist: Dass wir uns zerreißen und diese zwei, drei Prozent über unser fußballerisches Niveau gehen. Dass wir diese Bereitschaft an den Tag legen und eben auch die nötige Bissigkeit, damit wir nicht in Schönheit sterben.“

Der Parade-Bayer ging sogar noch weiter: „Wir müssen auch mal ein bisschen kratzen und beißen, wie alle Mannschaften das gegen uns machen.“ In Bremen lebte Müller das viel zitierte Mia-san-mia-Selbstverständnis vor, wie lange kein anderer Bayern-Kicker zuvor und schickte in den Katakomben des Weser-Stadions gleich nochmal eine Kampfansage in Richtung Meisterschafts-Rivale Dortmund und den Pokal-Finalgegner RB Leipzig: „Wir sind hoch motiviert, dass wir voll durchziehen. Das 5:0 aus dem Dortmund-Spiel war natürlich eine gewisse Initialzündung nochmal. Der Wille, diese beiden Titel zu holen, ist bei uns allen ungemein groß und ungebrochen.“

Vielleicht führt Müller bei einer möglichen Double-Feier dann auch wieder sein Tänzchen auf, wie nach seinem Treffer zum 2:0 am Mittwoch. Was es damit auf sich hatte? „Wenn wir Kreis spielen und einer kriegt einen Beinschuss, wird da immer so ein kleiner Tanz angestimmt. Der Leon (Goretzka, Anm. d. Red) war grad da, der hat das initiiert, und dann haben wir spontan reagiert.“

„Wir müssen auch mal kratzen und beißen“

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