Frankfurt/Main – Nach der Aufregung um den umstrittenen Elfmeterpfiff im DFB-Pokalhalbfinale gegen den FC Bayern (2:3) kommt es für Fußball-Bundesligist Werder Bremen nicht zu einem schnellen Aufeinandertreffen mit Robert Kampka.
Der Arzt aus Görlitz, bei der Partie am vergangenen Mittwoch Videoassistent, wird im Bremer Ligaspiel am heutigen Samstag bei Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr/Sky) als Vierter Offizieller kurzfristig durch Florian Heft (Neuenkirchen) ersetzt. „Die geänderte Schiedsrichteransetzung steht in Zusammenhang mit dem DFB-Pokalhalbfinale“, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit.
Werder-Geschäftsführer Frank Baumann erklärte bei einer Pressekonferenz am Freitagmittag: „Es ist im Sinne aller Beteiligten, dort jetzt nichts an Diskussionen und Aufmerksamkeit aufkommen zu lassen, die dort entstehen können und mit dem Spiel nichts zu tun haben. Es ist eine sehr kluge Entscheidung des DFB. Wir werden uns auf unser Spiel konzentrieren.“ Schiedsrichter-Entscheidungen könne man als Verein „sowieso nicht beeinflussen, deswegen sollte es für uns kein Thema sein“, so Baumann weiter.
DFB-Videochef Jochen Drees hatte die umstrittene Strafstoßentscheidung am Donnerstagabend auf dfb.de „für nicht korrekt“ erklärt. Zudem kritisierte er den Austausch zwischen Schiedsrichter Daniel Siebert und dem Video-Assistenten Kampka in Köln. Die Kommunikation sei „nicht gut abgelaufen“, sagte Drees.
Siebert hatte sich die Szene, bei der Bayerns Kingsley Coman wenige Minuten vor Schluss durch einen leichten Schubser von Theodor Gebre Selassie im Strafraum zu Fall gekommen war, nicht selbst angeschaut. Drees hätte sich ein On-Field-Review gewünscht.
Der Elfmeter, den Robert Lewandowski zum Finaleinzug der Bayern verwandelte, hatte hitzige Diskussionen ausgelöst. Bremens Kapitän Max Kruse bezeichnete den Pfiff als „lächerlich“.
Bayern-Star Thomas Müller, im Weserstadion noch voll vom Elfmeter überzeugt, meldete sich am Freitag mit einem Twitter-Video zum Schubser von Gebre Selassie an Coman zu Wort. Es sei zwar ein Foulspiel, sagte Müller: „Allerdings kein Foulspiel, das in dieser Situation für einen Elfmeter ausreicht.“
Werder-Trainer Florian Kohfeldt lobte am Freitag das Schuldeingeständnis des DFB. „Ich finde es grundsätzlich gut, dass klargemacht wurde das es ein Fehler war“, sagte der 36-Jährige ganz unaufgeregt: „Für mich ist das jetzt abgehakt, jetzt geht es um die Liga. Für uns ist das Ding gegessen.“ sid