Emblem-Zoff vor Eskalation

von Redaktion

1860-Präsidium stellt sich offen gegen Powers Markenschutz-Abmahnungen

München – Zwei Monate vor der Mitgliederversammlung mit Präsidentenwahl ist bei 1860 ein Stellvertreterkrieg ausgebrochen, der die heillose Situation perfekt illustriert. Vordergründig geht es um Markenschutz, doch über allem steht der Dauerzwist zwischen den Gesellschaftern, die sich über die Finanzierung des Profifußballs nicht einig werden (wollen).

Jüngste Gefechtshandlung: das Statement des Präsidiums und Verwaltungsrats zur Klage von Merchandising-Chef Anthony Power gegen zwei Fanclubs. Der Ismaik-Gesandte hatte die „Löwenfans gegen Rechts“ und die „Donau-Löwen 79“ aus Donauwörth wegen kommerzieller Nutzung des 1860-Emblems abmahnen lassen. Erstere Initiative hatte vor zwei Wochen mit ihrem Anti-Ismaik-Shirt („Ich lieb’ Dich nicht!“) für Aufsehen gesorgt. Nun stellen sich die e.V.-Vertreter hinter die Power-Gegner, die ihrem Ärger beim KSC-Spiel mit Transparenten Luft gemacht hatten. Die Abmahnung sei Powers „freie unternehmerische Entscheidung“, auf welche der e.V. „weder unmittelbar noch mittelbar Einfluss nehmen“ könne, heißt es auf der Vereinshomepage tsv1860.org. Unabhängig davon respektiere der e.V. „die jahrzehntelange, identitätsstiftende Tradition der Gestaltung eigener Fanartikel in überschaubarem Umfang durch treue Fanclubs“.

Vermittlungsversuche sehen anders aus. Und sind wohl auch nicht erwünscht. Für Präsident Robert Reisinger geht es um Wahrung der politischen Linie, ein schwaches Wahlergebnis könnte zum Einfallstor für Widersacher Saki Stimoniaris werden. (Sportlich gebotene) Ruhe zu erwarten, wäre angesichts der Umstände mehr als naiv. LUDWIG KRAMMER

Artikel 1 von 11