München – Wenn Patrik Kühnen in diesen Tagen die Tennis-Anlage des MTTC Iphitos verlässt, ist es schon dunkel. Ihm entgeht nichts – das gehört zu seinem Job. Seit 2008 verantwortet er als Direktor die BMW Open, das ATP-Turnier in München. Zum Start der Hauptrunde am Montag hat Kühnen sich mit unserer Zeitung unterhalten – über seinen Job in München, Alexander Zverev und deutsche Hoffnungsträger.
Herr Kühnen, BMW Open sind gestartet, die Qualifikation ist durch – wie ist Ihr Gefühl nach diesen ersten Tagen?
Die ersten beiden Tage liefen wirklich fantastisch für uns. Wir hatten richtig tolle Matches in der Qualifikation, wahrscheinlich vom Niveau her die besten Spiele in den letzten Jahren. Mein Gemütszustand ist äußerst positiv und ich freue mich auf tolle Matches in den nächsten Tagen.
Ihr Job als Hauptorganisator der BMW Open – mehr Stress oder mehr Genuss?
Kein Stress in dem Sinne wie wir Stress verstehen. Ich denke, wenn man mit Leidenschaft das tut, was man liebt, dann ist man am richtigen Platz in seinem Leben. Mir macht es wahnsinnig viel Spaß und ich freue mich jeden Morgen, wenn ich aufstehe, auf das Turnier. Ich genieße wirklich jede Sekunde.
Alexander Zverev hat gestern beim Pressetermin einige private Details offenbart. Wie ist Ihre Meinung dazu? Kann so etwas einen jungen Profi aus der Bahn werfen?
Ich denke, so was muss man immer individuell betrachten. Da ist jeder Mensch anders. Aus meiner Sicht ist Alex ein richtiger Familienmensch, sein Bruder war ja vom ersten Tag hier und seine Mutter ist meines Wissens auch gestern angekommen. Dazu noch sein Team und seine Physios. Ich glaube auch, dass er sich in München wohlfühlt. Er hat das Turnier bereits zweimal gewonnen, kennt die Bedingungen und hatte hier Erfolg. Das sind natürlich alles Umstände, die einen Spieler auch positiv beeinflussen können. Von daher sind die BMW Open wahrscheinlich das richtige Turnier zum richtigen Zeitpunkt. Ich hoffe, dass sein Knoten hier platzt.
Sie haben zwei Wildcards dieses Jahr an Rudi Molleker und Maximilian Marterer vergeben. Trauen Sie den beiden Jungprofis langfristig einen ähnlichen Erfolg zu wie Alexander Zverev?
Das wird sich zeigen, man kann nicht in die Zukunft schauen und vorhersagen, was passieren wird. Ich denke, dass Rudi Molleker wirklich gute Voraussetzungen hat, sich weiterzuentwickeln. Und Maximilian Marterer hat letztes Jahr hier in München das erfolgreichste Turnier seiner Karriere gespielt. Ich hoffe, dass beide gut in das Turnier reinstarten. Ich bin für beide Karrieren positiv, da ist vieles drin.
Gibt es hier in München noch spezielle Orte oder Lieblingsplätze, die sie während Ihres Aufenthalts besuchen wollen?
Der schönste Ort ist für mich das Turnier. In der Regel bin ich morgens ab 9 Uhr auf der Anlage und dann geht’s gegen 21 Uhr nach Hause. Ich bin hier am richtigen Platz zur richtigen Zeit.
Interview: Roman Horschig