München – Kingsley Coman ist in aller Munde, allerdings nicht so, wie er es gerne hätte nach einer für ihn ziemlich verrückten Woche. Dabei ist er im Moment pumperlgesund, dribbelt sich auf der linken Offensivseite des FC Bayern regelmäßig fleißig nach vorne und hat sich nach seiner Verletzungspause in der Hinrunde wieder prima eingefügt in die Mannschaft. Allerdings ist da seine fehlende Standfestigkeit im Strafraum, die ihm und den Bayern im Pokal-Halbfinale in Bremen zwar einen Elfmeter bescherte, aber eben auch Kritik, wenngleich sich der Ärger auf den Schiedsrichter und den Videoassistent konzentrierte. Und dann vier Tage später Nürnberg, die Chance in der letzten Minute der Nachspielzeit. Fast 50 Meter lief Coman mit dem Ball über den Platz, allein auf Torhüter Mathenia zu, kein Verteidiger konnte ihm folgen, dann zog er ab – und scheiterte am Club-Keeper.
Nach dem ersten Schock streifte Coman das Trikot nach oben über seinen Kopf, als ob er nichts mehr sehen und mehr gesehen werden wollte. Javi Martinez und Renato Sanches eilten herbei und nahmen ihn in den Arm. „Alle haben ihm gut zugesprochen“, sagte Mats Hummels. „Niemand ist ihm nur ansatzweise böse. Er kann sicher sein, dass er den tausendprozentigen Rückhalt der Mannschaft hat.“ Den des Trainers sowieso. Für Niko Kovac war die mehrmonatige Verletzung des Franzosen in der Hinrunde mitausschlaggebend für den Rückstand auf Dortmund zur Winterpause. Am Sonntag bei der Großchance, hätten „am Ende die Kräfte und die Konzentration gefehlt“, fand Kovac.
Für Coman gab es aber auch einen schönen Moment in Nürnberg. Er leitete mit einer Flanke das 1:1 von Serge Gnabry ein und half so mit, dass die Münchner von ihrem Ausflug nach Franken einen Punkt mitnahmen. Wenigstens einen. es