Der neue Trend: Trikots erbetteln

von Redaktion

Fans sind manchmal – nun ja – etwas fordernd. Immer häufiger sieht man auf den Rängen die offensiv vorgetragene Bitte: „Spieler XY, schenk mir Dein Trikot.“ Es ist die neue ultimative Trophäe.

Der Umgang der Clubs damit: Duldung. Eine Faustregel gibt es aber nicht.

Hertha BSC sieht in den Plakaten „auf etwa DIN A4 oder DIN A5 faltbar kein Problem“. Bei Bayer Leverkusen heißt es: „Wir lassen maximal DIN A3 zu.“ Bei Leipzig ist es DIN A1. Großzügig ist Werder Bremen mit „einem Quadratmeter“. Die Regel in der Bundesliga ist: Mit diesen Plakaten setzen sich die Vereine, wie unsere Umfrage zeigt, nicht auseinander.

Eine Ausnahme bildet die TSG Hoffenheim. Sie hat solche Bitt-Plakate „prinzipiell untersagt“ und kassiert sie erst einmal ein. „Kulanterweise“, so Pressesprecher Holger Kliem, „lassen wir die Plakate zehn Minuten vor Spielende nach vorheriger Kontrolle durch den Ordnungsdienst wieder ausgeben.“ Die Praxis beim FSV Mainz 05: „Oft werden die Plakate während des Spiels in der Aufbewahrung abgegeben und können dann kurz vor Ende des Spiels abgeholt werden, um sie hochzuhalten.“

Ist ja auch nicht so leicht, ein Plakat eineinhalb Stunden schadensfrei aufzubewahren.

Übrigens lässt sich auch auf kleinen Zetteln sehr wirksam eine Botschaft transportieren. Praktiziert in der Südkurve des FC Bayern und angrenzenden Regionen des Stadions im Jahr 2011, als der Verein vor der Verpflichtung von Manuel Neuer stand, der dem harten roten Kern als Schalke-Ultra und darum Feindbild galt. Hundertfach gingen (wie) auf Kommando DINA4-Blätter hoch, auf denen „KOAN NEUER“ gedruckt war. Das konnte sich jeder zu Hause anfertigen, in der Masse entfaltete sich die Wirkung. Auch nach acht Jahren ist „Koan Neuer“ noch ein bekannter Slogan.  gük

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