Spontan ins Stadion gehen, mit Fahne, Tröte, vielleicht sogar einer Trommel – so einfach ist das nicht. So war es früher vielleicht mal, in den 70er- oder 80er-Jahren, als es am Spieltag immer noch jede Menge Tickets gab, die Anhänger nicht nach Farben getrennt in speziellen Blöcken untergebracht waren und man nach der Halbzeit sogar die Kurve wechseln konnte (um hinterm Tor zu stehen, in das die eigene Mannschaft – hoffentlich – treffen würde).
Heutzutage geht es recht bürokratisch zu, was die Utensilien betrifft, die in eine Arena mitgebracht werden dürfen. Beispiel: das Kontingent, das der FC Bayern für das Auswärtsspiel in Nürnberg zugestanden bekam: „3 Megaphone (Vorsängerpodest im Block 25a), 5 Trommeln (unten offen oder einsehbar), Fahnen (Stocklänge max. 2,00 m), Doppelhalter (Stocklänge max. 2,00 m), 10 (große) Schwenkfahnen (Stocklänge über 2,00 m, in Block 25 a), Zaunfahnen/Fanclubbanner (Inhalt: Eigen -beziehungsweise Fanclubname, soweit Platz vorhanden)“. Verboten natürlich: Pyrotechnik (Kracher, Rauchbomben, Fackeln, Wunderkerzen), Glasflaschen, Getränkedosen.
Was in Nürnberg erlaubt ist, darauf muss man aber nicht überall Anspruch haben. „Aufgrund unterschiedlicher Landesgesetze und Versammlungsstättenverordnungen ergibt sich in Deutschland eine heterogene Ausgangslage für die Freigabe von Fanutensilien“, heißt es beim DFB. Trotzdem strebt der Verband eine Vereinheitlichung an bei der Freigabe von Fan-Utensilien in 1. und 2. Bundesliga sowie 3. Liga. Während einer Pilotphase vom 15. März bis 31. Dezember 2018 wurden 500 Spiele bewertet.
Was in Zusammenarbeit mit der AG Fankulturen durch eine Vereinheitlichung erreicht werden soll: „Die Situation an den Zugangskontrollen zu entspannen.“ An den Toren kommt es bisweilen zu ausufernden Diskussionen.
Widerfuhr der Fanszene des FC Bayern in der frühen Phase der Saison in Gelsenkirchen. Die Debatten mit dem Einlasspersonal zogen sich so lange hin, dass viele den Anpfiff verpassten und gleich wieder abzogen. gük