Der Krisengeschüttelte

von Redaktion

Warum Tennisstar Zverev bei den BMW Open entthront wurde – Nächste Station: Madrid

VON MATHIAS MÜLLER

München – Alexander Zverev, 22, schüttelte Turnierdirektor Patrik Kühnen, 53, zum Abschied die Hand. „Es tut mir leid“, sagte der geknickte Vorjahressieger. Seine Viertelfinalniederlage bei den BMW Open gegen den Chilenen Christian Garin, 22, der sich gestern im Finale gegen Italiener Matteo Berrettini, 23, schließlich auch den Turniersieg holte, wirkte noch nach.

Erstens, weil er sich in München „wohlfühlt“ (und das tatsächlich so meint), und zweitens, weil seine Bilanz in diesem Jahr mit 13 Siegen und acht Niederlagen durchwachsen ausfällt für die Nummer vier der Tennis-Welt. Die Gründe für den Leistungseinbruch sind vielfältig. Die Trennung von Freundin Olga Sharypova, 21, das Fehlen von Trainer Ivan Lendl, 59, wegen einer Pollenallergie und insbesondere der Rechtsstreit mit Ex-Manager Patricio Apey, 53, lasten am stärksten auf ihm.

Diese Woche tritt der Krisengeschüttelte in Madrid zur nächsten Titelverteidigung an. Es droht der nächste Rückschlag, im ersten Match wartet David Ferrer (besiegte Zverev Ende März in Miami) oder Roberto Bautista Agut (Halbfinalist in München).

„Ich habe gespürt, dass es ihn noch beschäftigt“, berichtete Kühnen. „Die Situation ist nicht einfach, aber ich bin zuversichtlich, dass er sie meistert.“ Anfang Juli in Wimbledon werden sich beide wieder treffen. Kühnen hält Kontakt. Klar, denn die deutsche Nummer eins ist das Aushängeschild des 2019 mit 542 340 Euro Preisgeld dotierten Turniers der 250er-Kategorie.

Das Teilnehmerfeld ist seit dem Einstieg von Veranstalter Michael Mronz, 52, vor fünf Jahren gut bis attraktiv. Aber ein Mann wie Zverev, der mit einer Wildcard startete, sticht heraus. So wie es aussieht, können Kühnen & Co. auch 2020 mit ihm planen, „Ich freue mich auf nächstes Jahr, zu 99 Prozent komme ich wieder“, sagte Zverev.

Manfred Dirrheimer, Boss von Co-Presenter FWU, wird neben Agut zwei neue Spieler beisteuern. Nach der Trennung von Gael Monfils (Partynächte) und Fabio Fognini (unflätige Äußerungen) hat er zwei neue Schützlinge „im Auge“. Mögliche Kandidaten: Die Italiener Berrettini und Marco Cecchinato sowie der Spanier Pablo Carreno Busta.

Große bauliche Veränderungen auf der Anlage wird es trotz des hohen Zuschauerinteresses von insgesamt 38 480 Fans nicht geben. „Wir finden die Begehrlichkeit gut und wollen nicht mit leeren Plätzen werben“, sagte Peter Bosch, 45, Präsident des ausrichtenden Vereins MTTC Iphitos.

Obwohl für das Finale 8000 statt der 4000 möglichen Tickets verkauft hätten werden können, schlägt auch Mronz in diese Kerbe: „Wir streben nicht nach Rekorden, sondern wollen, dass die Zuschauer mit einem Lachen nach Hause gehen.“ Wissend, dass zufriedene Gäste die bestmögliche Werbung sind.

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