Über den Dingen

von Redaktion

Bayerns Basketballer bezwingen Gießen und marschieren in Richtung Playoffs

VON FABIAN RIESE

Gießen – Braydon Hobbs war es vorbehalten, die letzte offene Frage dieses gemütlichen Basketball-Nachmittags zu klären. Nein, die Hundert-Punkte-Marke würde er mit seinen Bayern in Gießen nicht mehr angreifen. Der US-Spielmacher schnappte sich den Ball und dribbelte die letzten 20 Sekunden gemütlich herunter. Warum auch mehr investieren in ein Spiel, das schon lange entschieden war. 99:76 (53:44) entschied das Team von Trainer Dejan Radonjic den Auftritt bei den Gießen 46ers für sich.

Für den Hauptrunden-Champion das zehnte Erfolgserlebnis in Serie. Und nicht zuletzt Kapitän Danilo Barthel hatte Spaß an der Sache. „In der ersten Halbzeit haben wir noch ein paar Fehler gemacht“, sagte er, „das haben wir dann ein bisschen abgestellt, und dann war es eigentlich ziemlich leicht.“

Wohl wissend, dass andere Zeiten kommen werden. Vielleicht schon in der kommenden Woche. Dann kommt am Freitag (20.30 Uhr) Ulm in den Audi Dome, ehe die Punktrunde dann am Sonntag (18 Uhr) mit einem Trip nach Bonn zu Ende geht. Das ist nicht nur Playoff-Rhythmus, es sind nebenbei auch Gegner aus der Kategorie, die der Meister dann ab 18. oder 19. Mai im Viertelfinale zu erwarten hat.

Und es braucht schon eine Menge Fantasie um Details zu finden, über die der Meister dort stolpern könnte. Der Gesundheitszustand von Regisseur Stefan Jovic könnte so eine Sache sein. Der kongeniale Serbe lieferte dem Anhang gestern einen Schreckmoment, als er zur zweiten Halbzeit nur noch in Zivil erschien. Doch Jovic war nur unpässlich – ausfallen wird der Münchner Taktgeber nicht.

Mehr Kopfzerbrechen dürfte Radonjic und Kollegen das Thema Rebounds liefern. Die Abpraller waren die einzige wirkliche Schwäche, die sich das kompakte Münchner Ensemble in dieser Saison bislang leisteten. In Gießen war das nicht anders. Vor allem der, am Korb schwer verrückbare Center John Bryant (10 Rebounds), von der BBL gerade frisch zum besten Offensivspieler der Saison gekürt, bereitete den Münchnern ein paar Probleme. Danilo Barthel nahm es mit einem Schmunzeln. „Auch wenn es vielleicht nicht so ausgesehen hat“, sagte der Mann, der in Gießen mit seinen 14 Zählern nach Überflieger Derrick Williams (18) auch der treffsicherste Bayer war, „aber wir haben es schon probiert, bei den Rebounds ein bisschen zuzulegen.“

Die nach starker erster Saisonhälfte ins Niemandsland der Tabelle abgerutschten Gießener konnten es nur eine Halbzeit ein bisschen nutzen. Allen voran der energiegeladene Larry Gordon, der 15 seiner immerhin 22 Punkte gleich in der ersten Halbzeit sammelte, hielt das Team von Trainer Ingo Freyer zumindest halbwegs im Spiel.

Doch auch das ist ein Merkmal dieser Saison: Die Bayern können zulegen, wenn es nötig ist. In Gießen zogen sie nach dem Wechsel die Zügel an. 27:10 entschieden sie das dritte Viertel für sich – aus neun Zählern Vorsprung wurden 26, die Verhältnisse waren geklärt.

Und Dejan Radonjic richtete den Blick entsprechend schnell schon wieder nach vorne. „Wir haben eine gute Leistung gezeigt“, sagte er, „das wollen wir am Freitag auch wieder tun.“ Man hat schließlich noch Ziele.

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