von Redaktion

. . . UND ULI KELLNER

Ausgangslage

Es war ein gebrauchtes Wochenende für den TSV 1860: Selber am Samstag mit 2:5 beim FSV Zwickau verloren. Am Sonntag dann auf dem Sofa zugesehen, wie der Vorsprung auf die Abstiegszone weiter schmolz. Nach dem Cottbuser 2:1-Sieg in Uerdingen trennen die Löwen nur noch vier Punkte vom Abgrund. Und gestern Abend – nach Druck dieser Ausgabe – konnte sich das Feld noch weiter verdichten, weil Fortuna Köln daheim gegen Meppen antrat. Köln, der „Endspiel“-Gegner am Samstag . . .

Nervenkostüm

Das Spiel in Zwickau machte deutlich, wie es um den nervlichen Zustand des Tabellenzwölften bestellt ist. Nach guten 20 Minuten mit dem schnellen Ausgleich reichte ein fragwürdiger Elfmeter, um die Löwen nachhaltig aus dem Konzept zu bringen. Die Folge waren noch mehr individuelle Fehler, diesmal auch von bislang zuverlässigen Kräften (Hiller, Weber). Wie so häufig in der Rückrunde flog ein Löwe vom Platz: 1860 kassierte bereits fünf Rote bzw. Gelb-Rote Karten – nur Würzburg kommt auf mehr. Und wie so oft bezog Daniel Bierofka auch höhere Mächte in sein Lamento ein. Von der „fünften glasklaren Fehlentscheidung im fünften Spiel“ sprach er und appellierte an den DFB, künftig erfahrene Schiedsrichter zu schicken. Sechs sieglose Pflichtspiele in Serie haben Spuren hinterlassen, doch auf die Mannschaft lässt der 1860-Coach nichts kommen. „Man kann den Jungs wirklich keinen Vorwurf machen“, sagte er: „Sie machen zwar gerade Fehler, aber kämpfen tun sie.“

Personalsituation

Das Korsett, das den Löwen im ersten Drittligajahr Halt geben sollte, ist längst gesprengt: Grimaldi leidet seit Januar in Uerdingen, bei Moll riss ein Kreuzband, auch die Flügelzange Lex (Sprunggelenk) und Karger (Adduktoren) fällt in dieser wichtigen Phase aus. Die vielen Sperren tun ihr übriges, speziell Herbert Paul hat aktuell den Status einer Teilzeitkraft – gebraucht wird der notorische Rotsünder trotzdem. Aus genannten Gründen. Positiv: Mit Efkan Bekiroglu, der auch mal drei Spiele gesperrt war, und Sturm-Haudegen Sascha Mölders hat 1860 zwei sog. „Unterschied-Spieler“.

Trainerstuhl

Die Löwen trotzen in der Krise den branchenüblichen Reflexen. Trotz der Niederlagen-Serie sitzt Aufstiegstrainer Bierofka weiterhin fest im Sattel. Hasan Ismaik sprach ausnahmsweise mal für alle im Verein, als er bei Facebook schrieb: „Daniel Bierofka ist unser Trainer. All denjenigen, die ihn hinter vorgehaltener Hand und in Social Media kritisieren, will ich sagen: Er ist unantastbar!“

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