Frankfurt – Die ins Schlingern geratene Frankfurter Eintracht macht die Schotten dicht. Das wohldosierte Training findet im Geheimen hinter Sichtschutzfolien statt, Zuschauer und Journalisten sind unerwünscht, Medientermine werden auf ein Minimum heruntergeschraubt.. Die ausgelaugten Spieler sollen nicht abgelenkt werden, sondern sich sammeln, noch einmal zusammenreißen nach der 1:6-Schlappe in Leverkusen und sich voll auf den Endspurt in der Bundesliga und das große Halbfinale am Donnerstag in der Europa League beim FC Chelsea in London fokussieren.
Eintracht Frankfurt versucht auf den letzten Metern alles, um die Saison zu retten, um nicht in letzter Sekunde noch den fast schon obligatorischen Einbruch zu erleben. Nach der Demontage unterm Bayer-Kreuz kann man sich nur schwerlich vorstellen, dass es den Frankfurtern gelingen wird, den FC Chelsea nach dem 1:1 im Hinspiel in Gefahr zu bringen. Das hat einerseits mit dem letzten Eindruck zu tun, der, aber auch mit der Entwicklung in den vergangenen Wochen. Der Trend spricht ganz klar gegen die Hessen. Der Mannschaft, die extrem von der Physis lebt, robbt auf dem Zahnfleisch Richtung Ziellinie. Sie bot in Leverkusen eine desolate Leitung, weit weg von Bundesliganiveau.
„Die körperliche und geistige Frische hat gefehlt, ganz klar“, sagte Trainer Adi Hütter. „Alles ist in die Hose gegangen“, ergänzte Sportvorstand Fredi Bobic. Von den letzten sieben Pflichtspielen hat das Team nur eines gewinnen können, 2:0 in der Europa League gegen Benfica Lissabon, von den letzten vier Bundesligapartien holte es nur zwei Punkte bei einem Torverhältnis von 3:10. Der letzte Sieg in der Liga datiert vom 6. April, 2:1 auf Schalke.
Die Frankfurter schaffen es einfach nicht mehr, vernünftigen, durchdachten Fußball aufs Feld zu bringen. Vieles wirkt unrund, abgehackt und zerstückelt, das Harmonische, Zusammenhängende hat sich verflüchtigt. Auch hier hilft ein Blick in die Statistik, die interessante Fakten zu Tage fördert. Seit dem letzten Sieg in der Liga, eben jenem 2:1 in Gelsenkirchen, haben sich die Passquoten und die Ballbesitzphasen dramatisch verschlechtert.
Tiefstwert war hier logischerweise die Schlappe in Leverkusen, die zuvor von den Gästen als „Sechs-Punkte-Spiel“ ausgerufen worden war und zum Sechs-Gegentore-Spiel wurde, als die Frankfurter nur auf etwa 20 Prozent Ballbesitz kamen. Das liegt an einer generellen Müdigkeit und Abgeschlagenheit, was zu einer verminderten Konzentrationsfähigkeit und folgender Ungenauigkeit führt. Für die Eintracht geht es in den letzten Spielen darum, sich mit Willen und Mentalität ins Ziel zu retten.