Ausgangslage
Es war ein gebrauchtes Wochenende für die SpVgg Unterhaching: Selber mit 0:4 beim 1. FC Kaiserslautern verloren. Am Sonntag dann auf dem Sofa zugesehen, wie der Vorsprung auf die Abstiegszone weiter schmolz. Nach dem Cottbuser 2:1-Sieg in Uerdingen trennen die Rotblauen nur noch zwei Punkte vom Abgrund. Und gestern Abend konnte sich das Feld noch weiter verdichten, weil Fortuna Köln daheim gegen Meppen antrat . . .
Nervenkostüm
Zwölf sieglose Pflichtspiele haben tiefe Spuren hinterlassen beim Überraschungsteam der Hinrunde. Von der einstigen Offensivstärke ist nichts mehr übrig, defensiv fehlt jede Stabilität. Auch auf dem Betzenberg war zu besichtigen, wie es um das Selbstvertrauen der Vorstädter bestellt ist. Beim Pausenstand von 0:0 pfiffen die Lauterer Fans ihr Team gnadenlos aus, trotzdem waren es die Pfälzer, die ruhig blieben und die Partie mit einem Doppelschlag entschieden. „Es ist grad bei uns wie bei ‚Und täglich grüßt das Murmeltier’ erinnerte Trainer Claus Schromm an den Komödienklassiker mit Bill Murray. Mit dem Unterschied, dass in Haching niemand lacht.
Personalsituation
Die langwierigen Verletzungen der beiden Ex-Löwen Dominik Stahl und Stephan Hain haben Haching noch schwerer getroffen als befürchtet. Zeitweise fehlten Schromm bis zu zehn (!) Stammspieler. Inzwischen hat sich die Lage einigermaßen entspannt, trotzdem sind Rückkehrer wie Marc Endres oder Luca Marseiler noch weit von ihrer stärksten Form entfernt. Gegen Lotte am Samstag hofft Schromm auf den angeschlagenen Angreifer Jim-Patrick Müller. „Die Mannschaft spielt sehr ordentlich“, sagte er nach dem Lautern-Spiel: „Wir müssen uns nur im letzten Drittel belohnen, sonst gewinnen wir gegen Lotte nicht (am Samstag um 13.30 Uhr/Red.).“ Sein Stoßgebet Richtung Fußballgott: „Wir haben jetzt ordentlich in die Fresse bekommen. Es reicht jetzt auch!“
Trainerstuhl
Die Uhren in Haching ticken anders als bei den meisten Drittligakonkurrenten (1860 ausnahmsweise ausgenommen). Schromm genießt bei Klubpräsident Manfred Schwabl absolutes Vertrauen. „Claus bleibt – die Aussage steht wie ein Pflock“, sagte Schwabl unlängst und begründete seinen Treueschwur mit dem für die Spielvereinigung typischen Wir-Gefühl: „Mir ist es zu einfach zu sagen: Es ist nur immer der Trainer schuld. Genauso könnte ich zehn Spieler rausschmeißen. Oder über den Physio nachdenken.“