Videoassistent Perl wirft sich in den Staub

von Redaktion

„Fahrlässig von mir“– Schirichef Fröhlich macht in Debatte um Handspielregel Druck

Frankfurt – Videoassistent Günter Perl, 49, hat nach dem Handspiel von Hertha-Profi Karim Rekik eine Fehlentscheidung eingestanden. „Es war fahrlässig von mir“, sagte der Unparteiische der „Bild“ „Zeitgleich fand ein potenzielles Foulspiel statt, das wurde von uns überprüft, dabei haben wir das Handspiel übersehen. Ich habe das erst zwei Minuten später auf dem Bildschirm gesehen und gedacht: Schöne Scheiße!“

Rekik hatte den Ball gegen den VfB Stuttgart (3:1) beim Stand von 0:0 im Hertha-Strafraum mit der Hand auf Kopfhöhe gespielt. Der Münchner Perl griff zum Entsetzen der Gäste jedoch nicht ein. Perl verwies darauf, dass die VfB-Spieler auch nichts von der regelwidrigen Aktion mitbekommen hatten. „Es gab seitens der Stuttgarter auch keinen Protest.“ Auch deshalb sei die in Echtzeit schwer zu erkennende Szene nicht überprüft worden.

Die Auslegung der Handspielregel kochte am 32. Spieltag hoch. Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich rückt von seiner Verteidigungslinie ab und erhöht den Druck. „Wir sind irritiert und auch etwas enttäuscht über die unterschiedlichen Entscheidungen in vergleichbaren Situationen“, sagte er der „Welt“. In den Schiedsrichterseminaren sei das Handspiel „ohne Graubereiche“ intensiv besprochen worden: „Es wurde klar gesagt, was strafbar ist und was nicht.“

Als Konsequenz will Fröhlich sich seine Referees zur Brust nehmen: „Wir müssen zielgerichteter an die Schiedsrichter ran, die das Handspiel falsch auslegen und somit negative Referenzfälle liefern, so dass das ganze System in der Öffentlichkeit immer wieder infrage gestellt wird. Das Echo war heftig ausgefallen. „Das ist gegen den Fußball, das ist gegen den Sport, das ist gegen alles“, wetterte etwa der frühere Fifa-Referee Urs Meier bei „spox.com“: „Das versteht doch kein Schwein.“  sid

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