München – Gerade ist Franck Ribery mit der lieben Frau und den vier Kindern umgezogen. Raus einem kleineren Haus, rein in ein größeres Anwesen mit frisch ausgebaggertem Pool innerhalb des feinen Grünwald. Ganz so, als läge die Zukunft beim FC Bayern noch vor dem Franzosen wie ein frisch ausgelegter, sattgrüner Rasenteppich.
Dem ist bekanntermaßen nicht so, wie der 36-Jährige bei einer zum Zweck des medialen Abschiednehmens eigens vom FC Bayern einberufenen Pressekonferenz noch einmal ausdrücklich bestätigte. Aber zwölf Jahre in München, das ließ der nicht mehr ganz taufrische Mann durchblicken, haben für ihn und die Familie eine innige Verbundenheit mit der Stadt wachsen lassen. Sie wollen deshalb gemeinsam zurückkehren, und zwar „hundertprozentig“, denn: „Ich bin in München zu Hause“, zudem fühlten sich die Kinder wohl im Resonanzraum deutscher Mentalität.
Ein oder zwei Jahre plant der nicht immer ganz pflegeleichte Linksaußen noch, als Profi Fußball zu spielen. Er könne jetzt aus „vier Optionen“ wählen, richtete er aus. Die Familie kommt auf alle Fälle mit, wohin auch immer: „Wir sind eine Gruppe.“
Dass der 81-fache Nationalspieler beim FC Bayern eine Ära prägte, inklusive einzelner medienwirksamer Aussetzer, ist unbenommen auch eine persönliche Errungenschaft. Er weist darauf mit Stolz in der Stimme hin und vergisst nicht zu erwähnen, dass er auch viel zurückbekommen habe vom Rekordmeister. Der Tiefpunkt: das „Finale dahoam“. Schwer, das zu verarbeiten, aber umso schöner, ein Jahr später alles wiedergutmachen zu können, auch dank „Jupp“, seinem Lieblingstrainer.
Wenn nicht noch einiges schief läuft, wird Rekordmann Ribery alsbald zum neunten Mal die Meisterschale in die Höhe stemmen dürfen und bei den unvermeidbaren Weißbierduschen die listigsten Finten präsentieren. Das entscheidende Trennungsgespräch mit den Vorgesetzten Rummenigge und Hoeneß sei ein emotionales gewesen, berichtet er, es war lustig, aber es war auch „schwer“. Das bevorstehende Servus von den Fans: „schwer“. Der von den Mitspielern: „schwer“. Sogar der von den Presseleuten im Medienraum geriet dann noch irgendwie, na klar: schwer. Ribery bedankte sich mit Herzenswärme, die bald darauf, als er ging, gar zu vereinzeltem Beifall führte. Und der mitunter schwer Erziehbare räumte ein: „Manchmal war es nicht einfach mit mir, und manchmal war es nicht schön für mich. Aber so ist Fußball, so ist das Leben.“ Was der Fußball und das Leben später dann bringen könnten? „Keine Ahnung.“ Wird wahrscheinlich schwer.