Köln „widder do“ – das freut auch Podolski

von Redaktion

FC-Euphorie nach dem sechsten Aufstieg

Fürth – Es sei eine kurze Nacht gewesen, bekannte Kölns Interimstrainer André Pawlak: „Ich war um kurz vor fünf Uhr im Hotel. Man hat gesehen, dass die Jungs kräftig feiern können. Aber alles andere hätte mich auch gewundert.“ Aus dem fernen Japan gratulierte auch der frühere Weltmeister und FC-Profi Lukas Podolski. „Meine Stadt. Mein Verein. 9227 km voneinander getrennt, aber Köln und den FC immer im Herzen“, schrieb er.

„Das tut in der Seele gut, endlich wieder Erstliga-Fußball in Köln zu sehen und zu spielen“, verkündete Torwart Timo Horn, der im Mannschaftsbus den DJ spielte. Kader, Trainer, Präsident – der 1. FC Köln muss nach seinem sechsten Aufstieg aber noch elementare Baustellen schließen. „Die Planungen sind in vollem Gange“, weiß Horn.

In ihren Aufsteiger-Shirts mit dem Slogan „widder do“ (Kölsch für: wieder da) tanzten die FC-Profis in Fürth auf dem Rasen – und auch in der Domstadt wurde der 4:0-Sieg bei Greuther Fürth mit viel Kölsch begossen. „Uns fällt ein Stein vom Herzen“, sagte Mittelfeldspieler Marco Höger: „Es ist für mich als Kölner ein unbeschreibliches Gefühl, das zwei Spieltage vor Schluss geschafft zu haben.“

Der Aufstieg kostete Kraft – und Nerven. „Ich bin mental sehr, sehr erschöpft. Es war eine sehr lange Saison mit ein paar schlechten Phasen“, räumte Offensivspieler Dominick Drexler ein. Im Umfeld gab es immer wieder Turbulenzen. Anfang März trat Präsident Werner Spinner nach einem Machtkampf mit Sportchef Armin Veh zurück, Ende April wurde Coach Markus Anfang trotz der Tabellenführung entlassen.

Pawlak kam in den Genuss, gleich bei seiner Premiere den Aufstieg bejubeln zu dürfen. „Überragende Sache, das gibt es nur im Fußball“, befand der U 21-Coach, der auch Anfangs Anteil nicht vergaß: „Großes Kompliment an alle, die da mitgewirkt haben, auch an meinen Vorgänger“, sagte Pawlak, dem wie dem ganzen Stolz der Domstadt auch göttlicher Beistand gewiss war. „Wer Fan vom 1. FC Köln ist, lebt ja in einer Karsamstags-Existenz. Immer zwischen Tod und Auferstehung. Jetzt ist mal wieder Auferstehung angesagt“, sagte Domkapitular Dominik Meiering. Kardinal Rainer Maria Woelki meinte: „Nach einer nicht ganz einfachen Saison stimmt zum Ende hin das Ergebnis.“ Nächstes Jahr dann hoffentlich wieder mit mehr Ruhe.“  mm

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