Lahm sieht Titelkampf entschieden

von Redaktion

Bayern-Dominanz laut Ex-Kapitän ein gravierendes Problem

München – Der Kampf um die deutsche Meisterschaft zwischen Bayern und Dortmund ist für den langjährigen DFB-Kapitän Philipp Lahm entschieden. „Bayern lässt sich die Meisterschaft nicht mehr nehmen, das ist durch“, sagte der 2014er-Weltmeister der „Sport Bild“. Die Münchner haben vor den letzten beiden Spieltagen vier Punkte Vorsprung auf den BVB. Mit einem Sieg bei Pokalfinalgegner Leipzig am Samstag wäre der Titelgewinn perfekt.

Dass trotz der Chance auf den Gewinn des Doubles die Zukunft von Trainer Niko Kovac ungewiss scheint, ist für Lahm „eine typische FC-Bayern-Diskussion. Die Mannschaft wird Meister, steht im Pokalfinale, aber der Verein ist im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden – das gab es seit 2011 nicht mehr.“

Die nationale Bayern-Dominanz betrachtet Lahm kritisch: „Wir müssen mehr diskutieren über die Zukunft des Fußballs. Die Bundesliga braucht definitiv mehr Konkurrenz, denn obwohl der FC Bayern in dieser Saison geschwächelt hat, haben andere Vereine diese Möglichkeit nicht genutzt, um Meister zu werden.“ In Deutschland gehöre nur ein Verein zu den Topmarken des internationalen Fußballs: der FC Bayern. „Wir müssen uns im deutschen Fußball darüber klar werden, ob uns das gefällt – und welche Entscheidungen anstehen, wenn es uns nicht gefällt“, sagte er.

Ein Engagement seines Ex- Teamkollegen Oliver Kahn als FCB-Vorstand hält er für erfolgversprechend. „Der FC Bayern ist in der Vergangenheit sehr gut damit gefahren, dass er die wichtigsten Positionen im Verein mit Menschen besetzt, die den nötigen Sachverstand aus dem Fußball mitbringen. Unter diesen Voraussetzungen macht eine Bestellung von Oliver Kahn meines Erachtens durchaus Sinn.“

Den Rücktritt von Reinhard Grindel als DFB-Präsident Anfang April betrachtet der designierte EM-Organisationschef rückblickend als unvermeidbar. Grindel habe sich vom ersten Tag an ausgerechnet die Themen Transparenz und Sauberkeit auf die Fahnen geheftet. „Als gelernter Politiker muss er wissen, dass er unter diesen Umständen überkorrekt und in jeder Phase unangreifbar agieren muss. Es gab zu seinem Rücktritt als DFB-Präsident keine Alternative.“  dpa/sid/mm

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