Doppelte Generalprobe

von Redaktion

Devin Booker und die Bayern treffen auf Ulm – Freibier für Fans

VON PATRICK REICHELT

München – Als sich die Basketballer des FC Bayern neulich schon einmal an den alten Titelrivalen aus Berlin und Bamberg reiben durften, da hat sich Devin Booker noch gedulden müssen. Trainer Dejan Radonjic ließ den US-Center nur punktuell mitmachen. Dem Montenegriner war es zu riskant, Booker vollends ins Feuer zu werfen.

Man kann das nachvollziehen. Der 28-Jährige hat weite Strecken dieser Saison verpasst. Dreieinhalb Monate hat er wegen einer komplizierten Knöchelverletzung nicht mitmachen können, ganze 14 Bundesliga-Spiele hat er bestritten. Die Bayern geben ihm Zeit. Das dürfte auch an diesem Wochenende nicht anders sein. Im heutigen Heimspiel gegen Ulm (20.30 Uhr) und am Sonntag in Bonn (18.00 Uhr) geht es für den bereits länger feststehenden Hauptrunden-Champion noch zweimal um Punkte, ehe dann kommende Woche die Playoffs ihren Anfang nehmen.

Und es wäre schon eine ganz günstige Fügung, wenn sich Booker tatsächlich gerade dann in alter Form zurückmelden könnte. Denn wenn man seinen Münchnern in der zu Ende gehenden Spielzeit überhaupt Schwachstellen nachsagen wollte, dann lagen die am ehesten unter dem Korb.

Die Reboundquoten wurden ja oft thematisiert. In der Bundesliga griffen nur die Crailsheim Merlins weniger Abpraller ab. In der Euroleague sind die Münchner in der einschlägigen Statistik sogar das Schlusslicht. Man kann diesen Makel sicher nicht nur auf die Center reduzieren, Reboundarbeit gilt als Teamarbeit. Und doch ist es schon ein Pfund, Spezialisten in den Reihen zu haben. Spieler wie Rasid Mahalbasic etwa, der 120-Kilo-Koloss, der Oldenburg im Schnitt neun zweite Wurfchancen pro Spiel bescherte und damit sicher nicht ganz unschuldig ist, dass der Ex-Meister die Hauptrunde auf Platz zwei beenden wird. Gegen Spieler wie Mahalbasic oder Berlins kantigen Kameruner Landry Nnoko dürfte Booker ein gutes Gegenargument sein.

Doch der Modellathlet aus South Carolina kann nicht nur zupacken, er ist auch ein Spieler, der ähnlich wie Landsmann Derrick Williams auch im Angriff Zeichen setzen kann. Ein Paket, das den Münchnern auch international hätte weiterhelfen können. Mit Booker, so mutmaßt selbst so manch einer im Bayern-Team, hätte es auch in der Euroleague mit dem Viertelfinale klappen können.

Vorbei, Vergangenheit. Gerade Booker selbst will nun unbedingt wieder Meister werden. Und den Fans dabei nach Möglichkeit Spektakel und Unterhaltung bieten. Ob es damit heute gegen Ulm schon klappt, bleibt abzuwarten. Der Anhang freilich kommt auch so auf seine Kosten – nach dem Spiel wartet auf die Besucher in der Halle Freibier.

Artikel 1 von 11