Der nächste Zauderer

von Redaktion

Nach Rummenigge verweigert auch Salihamidzic eine Jobgarantie für Kovac

VON JOSE CAROS MENZEL LOPEZ

Leipzig – Klingt verrückt, ist aber so: Niko Kovac, der Trainer des FC Bayern, blickt auf zwei Wochen mit zwei Endspielen, eines um die Meisterschaft und eines um den DFB-Pokal. Eine Jobgarantie für die nächste Saison bekommt er von seinen Bossen aber auch weiterhin nicht. Erst der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. am Samstag dann auch Hasan Salihamidzic – bis auf Uli Hoeneß hat sich jedes Mitglied des Bayern-Triumvirats inzwischen erfolgreich gedrückt, als es darum ging, sich hinter den Trainer zu stellen.

Damit steht Kovac in den Wochen der Wahrheit weitestgehend allein auf weiter Flur. Als es auch am Samstagabend im Aktuellen Sportstudio um die Trainerfrage ging, sagte Salihamidzic nur: „Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Die Fakten sprechen für Niko Kovac. Er hat die volle Unterstützung von mir. Wir werden sehen.“ Moderator Jochen Breyer hakte nach, ob diese Haltung denn auch für Hoeneß und Rummenigge gelte, worauf der Sportdirektor antwortete: „Ich kann nur für mich sprechen.“

Genau mit diesen Worten vermeidet also auch Salihamidzic ein klares Bekenntnis zu Kovac. Und Rummenigge? Der Vereinschef erneuerte seinen Nicht-Treueschwur ebenfalls nach dem 0:0 in LeLeipzigl. „Ich bin kein Freund dieser Garantien und auch nicht davon, die Spieler und den Trainer nur zu loben. Ich habe festgestellt: Manchmal wird das mit Bequemlichkeit bezahlt und das ist bei Bayern München nicht der richtige Weg“, sagte er. Und weiter: „Ich habe überhaupt kein Problem mit Niko Kovac, ich höre immer das Wort Jobgarantie, Jobgarantie. Bei Bayern München müssen Spieler, Management und Trainer erfolgreich abliefern, das gilt für alle.“

Hoeneß wollte nach Schlusspfiff in Leipzig nichts von einer Trainer-Diskussion wissen. Fakt ist aber: Das Kovac-Thema beschäftigt die Verantwortlichen des FC Bayern durchaus, der deutsche Rekordmeister hat es sich selbst geschaffen – und das zum wohl ungünstigsten Zeitpunkt der Saison. Nur zum Vergleich: Als der Trainer des FC Bayern nicht Niko Kovac, sondern Pep Guardiola hieß, sprachen die Bayern noch sehr wohl Jobgarantien aus. „Der FC Bayern wird Pep Guardiola nie entlassen“, so Karl-Heinz Rummenigge im Sommer 2014. „Er wird auch am 30. Juni 2016 unser Trainer sein. Mindestens bis sein Vertrag endet.“ Ob das auch für Kovac gilt? Unwahrscheinlich!

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