Düsseldorf – Tränen in Duisburg und Magdeburg, Entsetzen beim Hamburger SV: Die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf ging gestern im entscheidenden Spiel beim SC Paderborn 07 mit 1:4 (0:1) unter und hat die direkte Rückkehr in die Fußball-Bundesliga verpasst. Die Hanseaten haben vor dem letzten Zweitliga-Spieltag einen Drei-Punkte-Rückstand auf den Tabellen-Dritten Union Berlin und das deutlich schlechtere Torverhältnis. Die Eisernen gewannen 3:0 (2:0) gegen den 1. FC Magdeburg, der wie Schlusslicht MSV Duisburg (3:4 gegen 1. FC Heidenheim) damit als Absteiger in die 3. Liga feststeht.
Die Entscheidung über den zweiten Bundesliga-Aufsteiger neben dem 1. FC Köln fällt erst beim Saisonfinale im Fernduell zwischen dem Tabellen-Zweiten Paderborn (57 Punkte) und Berlin (56). Der Dritte trifft in den beiden Relegationsspielen am 23. und 27. Mai auf den Bundesliga-16. VfB Stuttgart. Grischa Prömel (8.) und Sebastian Polter per Doppelpack (31./ 90.+6) sorgten vor 22 012 Zuschauern im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei für den verdienten Erfolg. „Es liegt nicht in unserer Hand. Aber wir wollen das letzte Spiel in Bochum gewinnen“, sagte Polter.
Der Tabellen-16. 1. FC Ingolstadt kann sich nach dem 3:0 (2:0)-Sieg gegen Darmstadt 98 sogar noch Hoffnung auf die direkte Rettung machen, weil der um zwei Punkte bessere SV Sandhausen in Bielefeld mit 0:3 unterlag und noch auf den Relegationsrang abrutschen könnte.
Für den Hamburger SV war es ein ganz bitterer Nachmittag vor 15 000 Zuschauern in der Benteler-Arena, auch wenn bei den Hanseaten nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 von Rick van Drongelen (71.) kurzzeitig noch einmal Hoffnung aufkam, mit einem Remis die wohl letzte Aufstiegschance zu wahren. Doch Christopher Antwi-Adjej machte mit einem Doppelpack (81./85.) den Traum wieder zunichte, nachdem schon Sebastian Vasiliadis (25./46.) zweimal für die Ostwestfalen getroffen hatte.
„Es war ein Spiegelbild der vergangenen Wochen“, sagte HSV-Trainer Wolf, der nun vor dem Aus stehen dürfte. Harsche Kritik übte Mittelfeldspieler Aaron Hunt am eigenen Team: „Wir haben verdient verloren, weil wir uns auf dem Platz verpisst haben. Das Ergebnis sagt alles aus. Wir waren heute keine Mannschaft.“ Hunt weiter: „Das ist katastrophal, aber wenn man so eine Rückrunde spielt, dann hat man den Aufstieg auch nicht verdient.“
Auch der überraschend für die Hamburger Startelf nominierte Torhüter Tom Mickel konnte nicht erklären, warum das Team in diesem wichtigen Spiel nicht auf der Höhe war. „Das war ein Endspiel, und wir haben es nicht geschafft. Das fühlt sich irgendwie leer an. Wir haben jetzt alles verspielt, der Aufstieg stand über allem“, sagte der 30 Jahre alte Schlussmann. dpa