Frankfurt – Mittelfeldspielerin Simone Laudehr hat wenige Stunden nach der WM-Kader-Nominierung ihren Rücktritt aus Nationalmannschaft bekannt gegeben. Nach reiflicher Überlegung sei sie „zu dem Entschluss gekommen, mich in Zukunft nur noch auf mein Engagement beim FC Bayern zu konzentrieren und meine Laufbahn in der Nationalmannschaft als beendet zu betrachten“, schrieb Laudehr auf Instagram. Für das Aufgebot von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg war Laudehr zuvor nicht mehr berücksichtigt worden. Ein Paukenschlag, schließlich galt die 32 Jahre alte Laudehr ( 103 Länderspiele) lange als absolute Fixgröße.
Beim Werbespot für den Sponsor hatten die deutschen Fußballerinnen zuvor ihr Licht unter den Scheffel gestellt. „Wir spielen für eine Nation, die unsere Namen nicht kennt“, tönte es bei der Bekanntgabe des 23-köpfigen WM-Aufgebots im Frankfurter Commerzbank-Tower aus den Lautsprechern. Genau das soll sich bei der Endrunde in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli) ändern. Neun Olympiasiegerinnen wollen die Auswahl zum dritten Stern führen – auch wenn hinter Gold-Torhüterin Almuth Schult ein großes Fragezeichen steht.
Erst beim finalen Trainingslager in Grassau wird sich entscheiden, ob es für die an der Schulter verletzte Wolfsburgerin reicht. Andernfalls muss Voss-Tecklenburg entscheiden, ob Merle Frohms (SC Freiburg) oder Laura Benkarth (FC Bayern) zur Nummer eins aufsteigen. Bis 24 Stunden vor dem ersten WM-Spiel am 8. Juni gegen China kann „MVT“ eine Spielerin nachnominieren.
Das würde die Trainerin gerne vermeiden, schließlich sei die Kadernominierung auch so schwer genug gewesen: „Es waren verschiedene Komponenten, die am Ende den Ausschlag gegeben haben. Beispielsweise haben Positionsflexibilität und Charaktereigenschaften eine Rolle gespielt – aber auch, welche Spielerinnen gut zusammenpassen.“ Für den WM-Kader stellt der FC Bayern mit sieben Spielerinnen das größte Kontingent.
Leicht hat es sich die 51-Jährige definitiv nicht gemacht, doch mit dem Ergebnis ist sie zufrieden: „Ich bin davon überzeugt, dass wir ein Team haben, mit dem wir gut aufgestellt sind für die WM. Wenn wir unsere Leistung auf den Platz bringen, können wir sehr weit kommen.“
Schult, Benkarth, Lena Goeßling, Leonie Maier, Dzsenifer Marozsan, Alexandra Popp, Melanie Leupolz, Sara Däbritz und Svenja Huth wissen nur zu gut, was für einen Triumph nötig ist. Sie holten 2016 den Olympiasieg und müssen den WM-Debütantinnen den Erfolgsweg aufzeigen. Für insgesamt 15 Spielerinnen ist es die erste WM.sid