München – Jan Aage Fjörtoft, 52, kennt sich aus mit Überraschungen am letzten Spieltag. Der norwegische Ex-Profi und heutige Sky-Experte schoss Frankfurt 1999 mit einem Übersteiger-Tor in letzter Sekunde zum Klassenerhalt. Vor dem Spiel der Eintracht in München am Samstag (Sky ab 13.30 Uhr live) spricht er über Bayerns großen Druck und Frankfurts Mentalitätsmonster.
Halten Sie es für möglich, dass die Bayern den Titel noch aus der Hand geben?
Auf jeden Fall! Den Frankfurtern fehlt nach einer anstrengenden Saison zwar die Kraft, aber man hat nicht zuletzt gegen Chelsea gesehen, zu was die Eintracht fähig ist. Hinzu kommt: Daheim gegen Mainz zu spielen, ist viel schwerer als auswärts gegen die Bayern. So ticken Fußballer und ganz besonders die Frankfurter: Herausforderungen liegen ihnen eher als vermeintlich einfache Spiele. Das Ding ist nicht durch.
Wer hat den größeren Druck: Bayern oder die Eintracht, die um Europa spielt?
Definitiv Bayern! Sie haben zwar die größten Chancen auf den Titel – die Gefahr, alles zu verlieren, ist aber auch am größten..
Zumal sich alles gefühlt um den Trainer und nicht um den Titel dreht.
Das kommt erschwerend hinzu. Um so eine starke Persönlichkeit wie Niko Kovac mache ich mir aber keine Sorgen. Er kennt die Regel des Geschäfts, der Bayern und kann mit der Situation umgehen. Fakt ist: Er wurde alleine gelassen. Sollte er den Titel oder sogar das Double holen, wäre das daher ein enormer Verdienst.
Verstehen Sie die Diskussion der Bayern-Bosse?
Hoeneß und Rummenigge sind zwei Originale, die den Verein schon immer auf die gleiche Art geführt haben. Sie haben sich nicht verändert und werden das auch nicht tun. Kovac wusste das, als er unterschrieben hat. Will man solchen Diskussionen aus dem Weg gehen, ist man bei Bayern fehl am Platz.
Interview: J. C. Menzel Lopez