Bald stehen Wahlen an

Nur Kovac kann Funkel stoppen

von Redaktion

GÜNTER KLEIN

An diesem Samstag wird die Bundesliga fertig, die Fußballsaison ist aber noch nicht vorbei. Es gibt ja noch einen Pokal-Nachklapp, eine Klopp-Show (versteckt im Pay-TV), eine Frauen-WM, die wir hier ordnungsgemäß erwähnen, damit uns nicht Leserbriefe überrollen, die mit „Was sind Sie für ein ignoranter Chauvi“ beginnen. Und es steht noch das Finalturnier der Nations League an, das aber ohne Deutschland so unwichtig ist, dass Jogi Löw es einfach übersehen wird. Enden wird das Fußballjahr 2018/19 schließlich erst, wenn vom „Kicker“ die Wahlunterlagen für Fußballer und Trainer des Jahres eingehen. Man kann sich schon mal Gedanken machen.

Spieler des Jahres? Nach dem 33. Spieltag noch nicht vorherzusehen. Was, wenn es am 34. über Mario Götze heißt: „Er macht ihn“? Den – ist ja theoretisch möglich – Meisterschaftstreffer für Borussia Dortmund. Was wäre das für eine Geschichte! Oder: Der FC Bayern liegt gegen Frankfurt 0:2 zurück, dann dreimal Thomas Müller, der von Löw Ausgebootete. Auch eine Geschichte! Wahrscheinlich aber gewinnt Bayern ganz undramatisch 2:0 und der BVB verliert in Mönchengladbach 0:2 – daraus ergibt sich keine neue Idee. Dann halt wieder Marc-Andre ter Stegen, unseren Mann in Barcelona, wählen. Nur: Er wird’s halt nicht.

Trainer des Jahres ist naheliegender: Es muss Friedhelm Funkel sein, der Juppjuppjupp der Düsseldorfer Fortuna. Es ist viel nerdiger, den Coach einer Mittelfeldmannschaft zu nehmen als den eines Spitzenteams, das wäre zu mainstreamig. Klar müsste man seine Stimme dem deutschen Fußball-Botschafter schlechthin, Jürgen Klopp, geben. Nur wünschen wir dem auch für die nächste Saison alles Gute – was er aber nicht erleben würde, wenn ihn der spätestens seit Dirk Schuster bestehende „Fluch des Trainers des Jahres“ träfe. Funkel stellt sich ohnehin auf ein letztes Berufsjahr ein, und Fortuna steigt 2020 eh ab. Funkel wählen heißt auch, Ralf Rangnick nicht zu wählen, obwohl der auch schon im siebten Lebensjahrzehnt stehend und als Pokalsieger. . . stopp, soweit sind wir noch nicht.

Vielleicht sorgt Niko Kovac ja für den finalen Ausschlag nach oben: Zwei Spiele, zwei Titel, dann hinauskomplimentiert werden. In diesem Fall könnten wir uns zu einer Trotz-Wahl durchringen. Im Sinne der Menschlichkeit. Und um Rummenigge und Hoeneß zu ärgern.

Guenter.Klein@ovb.net

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