München – Es schien sich um einen Mega-Deal zu handeln. Einmalig in der Bundesliga. Und – für die Konkurrenz – von furchterregender Tragweite. Anfang März wurde bekannt, dass der FC Bayern und BMW, zwei bayerische Weltmarken also, ganz eng zusammenrücken würde. Bis spätestens 2025 sollte BMW den Rivalen Audi als Sponsor ablösen. Die angepeilte „strategische Partnerschaft“ sollte dem Rekordmeister angeblich satte 800 Millionen Euro einbringen. Es gab bereits eine gemeinsame Absichtserklärung. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach von einer „Traumhochzeit“. Umso überraschender kam nun der Rückzieher: Das Sponsorengeschäft zwischen dem FC Bayern und dem Münchner Autobauer, so wurde von beiden Seiten bestätigt, ist geplatzt. Audi bleibt Sponsor des FC Bayern. Und das offenbar bis 2030.
Als erstes hatte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS) vom Ende der Liaison berichtet. Ein BMW-Sprecher wurde dabei am Samstag mit dem Satz zitiert: „Wir haben die Gespräche beendet.“ Die Replik der Bayern ließ nicht lange auf sich warten. In der Allianz Arena war eben die 29. Meisterschaft errungen worden, da wurde auch schon folgende Erklärung öffentlich: „Der FC Bayern München hat im Rahmen eines Treffens am Abend des 8. Mai 2019 den anwesenden Vertretern von BMW mitgeteilt, dass er aufgrund fehlender Vertrauensbasis die Gespräche über eine mögliche Sponsorpartnerschaft abbricht. Über die Gründe für diese Entscheidung möchte der FC Bayern derzeit Stillschweigen bewahren.“
Wie von informierte Seite verlautete, habe für das Münchner Umdenken eine entscheidende Rolle gespielt, dass die Verhandlungen mit BMW nicht recht vorangekommen seien. Bei Audi, einer VW-Tochter, hätten jedoch die Chefs energisch die Initiative übernommen. In erster Linie waren es der aus München stammende VW-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess und VW-Aufsichtsratsvorsitzender Hans Dieter Pötsch, die intensiv um eine Fortführung der Partnerschaft warben. Diess hat ohnehin einen guten Draht zu den Münchnern: Seit einem halben Jahr sitzt er im Aufsichtsrat des FC Bayern.
Ganz offensichtlich konnte das Duo den FC Bayern davon überzeugen, dass Audi bzw. VW in Verbindung mit der E-Auto-Kampagne weltweit auf Fußball setzt. Der Slogan lautet: „We drive football.“ Dazu passt auch die Partnerschaft von VW mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.
Zudem sollen die Ingolstädter ihren finanziellen Einsatz – für ab sofort – aufgebessert haben. Wie die „FAS“ berichtet, stehen spekulierte 60 Millionen Euro pro Jahr im Raum. Das Gesamtpaket soll laut „FAS“ eine Milliarde Euro betragen. Allerdings gibt es für diese Zahlen seitens des FC Bayern keine Bestätigung. ARMIN GIBIS