Garnbret dominiert – „Das ist wirklich irre“

von Redaktion

Als Janja Garnbret am Sonntagmittag das erste Mal vor die Boulder-Wand im Olympiastadion in München trat, schauten die Routenbauer des Kletter-Weltverbandes genau hin. 19 der weltbesten Athletinnen waren vor ihr angetreten – und nicht einer war es gelungen, den höchsten Stein der ersten Strecke zu erreichen, die die Routenbauer sich für das Halbfinale ausgedacht hatten. Dann trat also Garnbret, 20, an die Wand, zog sich Stein für Stein nach oben – und als nur noch wenige Zentimeter fehlten, stellte sie in fast vier Metern Höhe einfach ihren rechten Fuß neben ihren rechtes Ohr, um mit Schwung den höchsten Griff zu erreichen. Da brüllten die Zuschauer. So sehr wie die Slowenin konnte sie an diesem Wochenende niemanden beeindrucken.

Am Ende des Halbfinals hatte die Slowenin alle vier Routen gemeistert, an denen tatsächlich alle 19 vor ihr jeweils gescheitert waren. „Es war ein krasser Fehler der Routenbauer“, sagte Bundestrainer Urs Stöcker. Diese hätten das Leistungsvermögen und die Bedingungen völlig falsch eingeschätzt. „Das zeigt aber auch“, so Stöcker, „wo Janja im Moment steht. Das ist wirklich irre.“

Am Sonntagabend siegte Garnbret dann auch im Finale souverän vor Fanny Gibert (Frankreich) und Mia Krampl (Slowenien). Im fünften Boulder-Weltcup der Saison war es ihr fünfter Triumph. Die Landshuterin Afra Hönig kam als beste Deutsche auf Platz 17.  cfm

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