Noch nicht auf Playoff-Temperatur

von Redaktion

Bayerns Basketballer tun sich mit der Serie gegen Braunschweig noch schwer

VON PATRICK REICHELT

München – Allzu viel Zeit wollen die Basketballer des FC Bayern diesem Viertelfinale gegen die Braunschweiger Löwen dann doch nicht widmen. Erst heute Vormittag fliegt der Meister in Niedersachsen ein. Am Abend (20.30 Uhr) wartet dann Teil zwei der Viertelfinalserie nach dem Modus best of five. Der dritte folgt nicht einmal zwei Tage später. Und dann soll, zumindest wenn es nach Vladimir Lucic geht, die erste Runde des Unternehmens Titelverteidigung auch schon wieder Vergangenheit sein: „Ich hoffe, dass wir das am Wochenende beenden.“

Man spürt: Die Bayern tun sich an diesen Tagen noch schwer, auf Playoff-Betriebstemperatur zu kommen. Dass das zweite Duell wegen der zuvor nicht verfügbaren Braunschweiger Arena erst sechs Tage nach dem holprigen 70:59-Einstand vom vergangenen Samstag stattfinden kann, tut sein Übriges. „So viel Zeit zwischen zwei Playoffspielen habe ich noch nie erlebt“, sagte Lucic.

Während die Konkurrenz schon zum zweiten Mal im Einsatz war, verbrachten die Bayern eine schweißtreibende Woche in der Trainingshalle. Die Umfänge hat Trainer Dejan Radonjic mittlerweile zwar reduziert, doch die Intensität der Übungseinheiten ist nach wie vor hoch.

Und sportlich hat man eine Aufgabe erwischt, die mehr Playoff-Mühsal als -Leckerbissen verspricht. Frank Menz, der Braunschweiger Trainer, hatte das am Samstag schon ganz vielsagend ausgedrückt. Man habe weder großes Talent noch Erfahrung in den Reihen. Aber man habe viel Herz, und damit „können wir dafür sorgen, dass unsere Gegner wenig Spaß mit uns haben.“ Im Kollektiv zerstören und dann auf die Impulse der Vorzeigekräfte DeAndre Landsdowne und Scott Eatherton hoffen – so lautete die Grundidee in dieser Saison. Letzterer ist nun zwar verletzt, wegen einer schweren Muskelverletzung ist die Saison für Eatherton bereits beendet. Aber bislang funktionierte der Gedanke ganz gut– von 17 Heimspielen verloren die Braunschweiger nur vier (Oldenburg, Bayern, Vechta, Bonn). Nicht zuletzt auch Mitfavorit Alba Berlin und Ex-Champion Bamberg zählten zu den Braunschweiger Opfern. Das war die Grundlage dafür, dass es der Herzensklub von NBA-Star Dennis Schröder im Endspurt noch in die Playoffs brachte.

Die Bayern kümmert das nicht ernsthaft. Spielmacher Maodo Lo hat zumindest so seine Ahnung, wie man gegen die Braunschweiger Basketball-Arbeiter gar nicht erst in Bedrängnis geraten muss. Anders als im ersten Duell, als der Meister nach einem 12:0-Auftakt aus dem Tritt geriet, müsse man auf dem Gaspedal bleiben. „Du musst solche Mannschaften entmutigen“, sagte er.

Wenn es klappt, dann könnte der Fall also bereits am Sonntag erledigt sein. Was die Bayern dann allerdings wieder in die ungewohnte Situation bringen würde. Denn dann hätte der Titelverteidiger wieder eine harte Trainingswoche vor sich. Denn das erste Halbfinale steht erst am kommenden Wochenende auf dem Programm.

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