Dublin/Ohio – Für seinen besten Auftritt seit 343 Tagen belohnt sich Martin Kaymer mit Luxus der besonderen Art. Im mexikanischen Urlaubsparadies Cabo San Lucas wird der deutsche Golfprofi die kommenden Tage zur Erholung nutzen, malerische Strände erkunden und das seltene Glücksgefühl genießen. „Ich habe so viel gespielt und werde noch so viel spielen“, sagte der 34-Jährige, „eine Woche Ruhe tut mal ganz gut“.
Vor allem, wenn er diese ausnahmsweise mal ohne Selbstzweifel um die eigene Verfassung verbringen darf. Mit dem 3. Platz beim hochkarätig besetzten Memorial in Dublin/Ohio hat Kaymer sich und den unzähligen Kritikern nämlich bewiesen, dass er es immer noch kann.
„Ich habe die ganze Woche über gutes Golf gespielt. Insgesamt bin ich sehr glücklich, gerade mit Blick auf die anstehenden Aufgaben“, sagte der Rheinländer, der am 24. Juni 2018 bei der BMW International Open in München als Zweiter zuletzt derart geglänzt hatte. Auf der US Tour liegt eine ähnlich herausragende Woche sogar knapp fünf Jahre zurück, damals hatte Kaymer bei der US Open triumphiert.
Zehn Tage vor dem dritten Major der Saison (13. bis 16. Juni) will Kaymer zwar nicht von einem neuen Coup träumen, seine Zuversicht ist aber allemal zurück. „Es war wichtig für mich, die guten Ergebnisse auf der Scorekarte zu sehen“, sagte Kaymer. Nach vier Runden und 72 Löchern standen dort 22 Birdies und lediglich sieben Bogeys (bei insgesamt 273 Schlägen) zu Buche – oftmals war es in den zurückliegenden Jahren genau umgekehrt.
Dass sich der ehemalige Weltranglistenerste mit seinem erfreulichen Auftritt im Ranking um 89 Plätze auf Rang 97 vorarbeitete, soll daher auch nur ein Zwischenschritt sein. Der Deutsche will wieder regelmäßig mitmischen im Konzert der Großen.
„Ich hatte die gesamte Zeit Kontrolle über mein Spiel“, erklärte Kaymer, der insbesondere im Kurzspiel um Welten besser agierte als in der Vergangenheit. Lediglich am Schlusstag wollten die Putts nicht so sicher fallen wie an den ersten drei Tagen. Auf den letzten sieben Löchern unterliefen ihm drei Bogeys. Letztlich hat ihn das am Ende wohl den Erfolg gekostet.
Der Sieg ging an Patrick Cantlay (USA), der dank einer famosen 64er-Schlussrunde auf 269 Schläge kam. sid