Inning – Eigentlich hat der Bayerische Fußball-Verband den Liveticker auf seiner Internetseite dazu eingerichtet, um Fans über den aktuellen Spielstand in den Amateurligen zu informieren. Der SV Inning missbrauchte den Ergebnisdienst am letzten Spieltag gegen Wildenroth, um den SC Weßling im Fernduell um die Aufstiegsrelegation zu täuschen.
Laut dem Liveticker, den das Heimteam zu betreuen hat, endete das Derby in der Kreisklasse 1 gegen die SpVgg Wildenroth 1:1, in Wahrheit gewann Inning aber 3:0. Ziel war es offensichtlich, den parallel spielenden SC Weßling durch den gefälschten Zwischenstand in Sicherheit zu wiegen. Trainer Christian Ritzer gab das sogar zu: „Wir haben das bewusst so gemacht.“
Er hatte nicht damit gerechnet, dass der Ticker auch nach Spielschluss noch im Internet steht und somit die Manipulation offensichtlich ist. Wer die falschen Infos gestreut hat, sagte der Coach nicht genau. Zuständig für den Ticker seien in der Regel Ersatzspieler „oder auch mal der Abteilungsleiter“.
Funktioniert hat das Täuschungsmanöver nicht. Inning bleibt – punktgleich mit Weßling, aber als Verlierer des direkten Vergleichs – Tabellendritter in der Kreisklasse. Edwin Sunday Ekomwenrenren hatte die Platzherren früh in Front gebracht (8.). Bis zur 56. Minute entsprach der Ticker wohl noch der Wahrheit, dann nicht mehr. Das 2:0 von Josef Basel ließen die Inninger unter den Tisch fallen. In der 82. Minute vermeldeten sie den Ausgleich für die Gäste – als Torschütze trugen sie willkürlich Dominik Mauritz ein. Auch der Endstand von 1:1, den sie mit „Abpfiff der Begegnung“ verkündeten, entsprach nur der Fantasie. CHRISTIAN HEINRICH