wohl noch größer

von Redaktion

Berlin – Schon 21 verdächtige Athleten aus fünf Sportarten – und die Dimensionen im Blutdopingskandal um den deutschen Arzt Mark S. sind womöglich noch weitaus größer. „Da werden neue Erkenntnisse kommen. Ich will nicht ausschließen, dass sich der Kreis von 21 Sportlern deutlich erweitert. Wir sind guter Dinge, dass alles ans Tageslicht kommen wird“, sagte Lars Mortsiefer als Vorstand der Nationalen Anti-Doping-Agentur bei der Jahrespressekonferenz am Dienstag in Berlin. Die Geschwindigkeit der Ermittlungen sei enorm. „Wir sind noch nicht am Ende angelangt. Wir sind mittendrin. Drei Monate ist nicht sehr viel. Wir haben es mit einem der größten Dopingskandale und einem internationalen Netzwerk zu tun“, ergänzte Mortsiefer. Erschreckend sei, dass es in so vielen Ländern zu Praktiken gekommen sei.

Bislang sind im Zuge der „Operation Aderlass“ die Namen von 15 einstigen und aktuellen Sportlern bekannt. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft sollen fünf Sportarten in den Fall verwickelt sein. Verdachtsfälle gibt es bislang aus der Leichtathletik, dem Skilanglauf, dem Radsport und dem Eisschnelllauf. Der frühere deutsche Rad-Profi Danilo Hondo hatte zugegeben, bei Mark S. Blutdoping betrieben zu haben. Außerdem wurde von der NADA ein Verfahren gegen den früheren deutschen Eisschnellläufer und heutigen Trainer Robert Lehmann-Dolle eingeleitet.

Auch die NADA-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann sprach von einem „ereignisreichen Jahr und turbulenten Wochen“. Die Bilder von der „Operation Aderlass“ am Rande der nordischen Ski-WM in Seefeld seien erschreckend gewesen und haben auch die Arbeit der NADA direkt beeinflusst. Mit der Implementierung des Anti-Doping-Gesetzes stehe Deutschland modellhaft für viele andere da, betonte Gotzmann. Mortsiefer fügte hinzu: „Das Anti-Doping-Gesetz ist mehr denn je ein hilfreiches Werkzeug.“

Enttäuscht zeigten sich die Verantwortlichen allerdings vom Desinteresse der Wirtschaft, sich am Anti-Doping-Kampf finanziell zu beteiligen. „Wir laufen vor verschlossene Türen. Wir sind kein attraktiver Partner“, sagte Gotzmann. Zwei Drittel des Budgets in Höhe von 9,7 Millionen Euro aus Bundesmitteln. Der Sport beteiligt sich mit 2,8 Millionen Euro an den Kosten, 800 000 Euro kommen vom Deutschen Fußball-Bund.  dpa

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