Unterhaching/Innsbruck – Die Vorgabe ist so eindeutig wie ehrgeizig: Ab Herbst nehmen die Alpenvolleys Haching den Einzug ins Endspiel um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft ins Visier. Schon beim Bundesligaeinstieg per Wildcard vor zwei Jahren hatte das Kooperationsprojekt aus Innsbruck und Unterhaching diesen Plan für die Runde 2019/20 ausgegeben, durch die beiden 3. Plätze in den bisher absolvierten Spielzeiten wurden die Ambitionen zusätzlich befeuert. „Unser Ziel ist es, in der kommenden Saison das Finale zu erreichen, also muss die Mannschaft besser werden“, stellt Alpenvolleys-Sportdirektor Mihai Paduretu klar.
Und er ist bester Dinge, dass die schon weit gediehenen Personalplanungen einen solchen Erfolg ermöglichen. Zum einen konnte ein Gerüst von sechs Spielern (Gelinski, Koncal, Douglas da Silva, Frances, Ringseis, Kronthaler) gehalten, ein Totalumbruch mithin vermieden werden. Zum anderen wecken die vier bereits bekannten Neuzugänge Zuversicht. Mit Max Staples, 24, der nach Stationen in Finnland, Frankreich, Holland und Belgien zuletzt für den tschechischen Meister Ceske Budejovice aufschlug, und Jérôme Clère, 28, vom Bundesligakonkurrenten Giesen, wurden zwei Wunsch-Kandidaten von Stefan Chrtiansky für den Außenangriff verpflichtet. „Staples ist ein kompletter Spieler“, so der Trainer über den Australier. Der Franzose Clère bereitete den Alpenvolleys in den Duellen mit Giesen enorme Schwierigkeiten: „Er war dort der mit Abstand beste Mann“, so Paduretu, der auch auf den Mittelblocker Tommi Siirilä, 25, große Stücke hält. Schließlich spielte der Finne, der vom Meister seines Landes, Sastamala, kam, davor beim italienischen Top-Klub Perugia: „Auch wenn er dort nicht viele Spielanteile hatte, bedeutet das einiges.“ Vom aus Rio de Janeiro nach Innsbruck zurückgeholten brasilianischen Diagonalspieler Paulo da Silva, 33, verspricht sich Paduretu zudem, „dass unser Spiel schneller wird.“
Das Unternehmen Finaleinzug 2020 läuft also, doch die Top-Teams aus Berlin und Friedrichshafen, die seit 1998 den Titel unter sich ausmachen, werden sich wehren. „Es kommt natürlich auch darauf an, welche Spieler die Konkurrenz verpflichtet“, sagt Paduretu, der aber immerhin schon mal verspricht: „Es wird eine spannende Saison.“ UMBERTO SAVIGNANO