Laura Benkarth
Erst in der Schlussphase der Saison kehrte Laura Benkarth, 26, nach überstandenem Kreuzbandriss ins Tor zurück, sie verdrängte beim FC Bayern Manuela Zinsberger und stand im Hin- und Rückspiel des Champions-League-Halbfinales gegen den FC Barcelona im Tor. Das genügte zur Nominierung für die WM, allerdings ist Benkarth hinter Almuth Schult und Merle Frohms nur Torhüterin Nummer drei und hat deshalb geringe Einsatzchancen. „Ich kenne die Situation und will meinen Teil dazu beitragen, dass die Mannschaft erfolgreich spielt“, sagte sie.
Leonie Maier
Die 26 Jahre alte Rechtsverteidigerin war eine Wackelkandidatin und schaffte etwas überraschend den Sprung in den WM-Kader. Dementsprechend macht sich die Goldmedaillengewinnerin von Rio de Janeiro 2016 keine allzu große Hoffnung auf Einsatzzeiten. Hinten rechts scheint derzeit Giulia Gwinn (ab der kommenden Saison beim FC Bayern) die Nase vorn zu haben. „Ich will mich so gut wie möglich in die Mannschaft einbringen und den jungen Spielerinnen mit meiner Erfahrung helfen. Ich will von außen die Mannschaft pushen und alle unterstützen“, sagte Maier.
Kathrin Hendrich
Theoretisch wäre ein Bayern-Block in der Abwehr vorstellbar, Maier hinten rechts, Hendrich in der Innenverteidigung, Verena Schweers links. Beim 2:0-Testspielsieg gegen Chile, der als Generalprobe für die WM galt, kam das Trio aber nicht zum Einsatz. „Ich hoffe, dass ich viele Einsatzzeiten bekomme“, sagte Hendrich. „Aber wenn es zum Beispiel aus taktischen Gründen so sein sollte, dass ich nicht spiele, bin ich niemand, der schlechte Laune verbreitet.“ Die 27-Jährige könnte auch eine Alternative für das defensive Mittelfeld sein.
Verena Schweers
Die Linksverteidigerin ist mit 31 Jahren eine der erfahrensten Spielerinnen im Team. „Ich hoffe auf Einsatzzeiten, weil ich bei Bayern Stammspielerin und teilweise Kapitänin war und viel internationale Erfahrung habe“, sagte Schweers im Trainingslager der DFB-Frauen in Grassau. In den ersten drei Spielen unter Voss-Tecklenburg stand Schweers jeweils in der Startelf, gegen Chile spielte sie nicht. Allerdings scheint das Duell mit Carolin Simon hinten links völlig offen, Schweers darf weiterhin auf einen Platz in der Stammelf hoffen.
Melanie Leupolz
Die Kapitänin des FC Bayern ist eine der Spielerinnen, die die Bundestrainerin zu den Säulen der Mannschaft zählt. Gerade einmal 25 Jahre alt ist die Mittelfeldspielerin, sie gewann aber bereits 2013 mit der Nationalmannschaft die Europameisterschaft und holte 2016 Olympisches Gold. „Der WM-Titel fehlt noch in meiner Sammlung“, sagte Leupolz. „Ich möchte natürlich sehr viel spielen, Verantwortung übernehmen und meinen Teil dazu beitragen, dass wir hoffentlich sehr weit kommen.“ Bleibt Leupolz fit, sollte sie in Frankreich gesetzt sein.
Sara Däbritz
Wie Leupolz nannte Voss-Tecklenburg auch Sara Däbritz als eine der Spielerinnen, die bei der WM vorangehen sollen. Das eingespielte Bayern-Duo soll im Mittelfeld das Spiel organisieren. „Unsere Rollen haben sich schon verändert. Vor vier Jahren haben wir uns noch leiten lassen. Jetzt werden wir von den jungen Spielerinnen gefragt“, beschrieb Däbritz, was sich seit der letzten WM geändert hat. Nach dem Turnier in Frankreich werden sich die Wege der beiden allerdings trennen, da Däbritz den FC Bayern verlassen und zu Paris St. Germain wechseln wird.
Lina Magull
Die 24-Jährige ist im Mittelfeld und Sturm variabel einsetzbar und nah dran an der Startelf. Allerdings ist die Konkurrenz groß, weshalb es sein könnte, dass Lina Magull zunächst die Joker-Rolle zukommen wird. „Ich denke, ich bin eine gute Option für die erste Elf und will immer da sein, wenn ich gebraucht werde“, sagte Magull, die gute Laune verbreiten will. „Mir kommt auch so ein bisschen die spaßige Rolle zu.“ Magull machte bislang 31 Spiele für das DFB-Team. Die Chancen, dass in Frankreich weitere Einsätze dazukommen, stehen gut. cs