San Francisco – Die Golden State Warriors sind das beste Basketball-Team der Welt. Sie haben drei Titel in vier Jahren gewonnen. Den Preis zahlen die Körper ihrer Basketballer. Seit dem Start der Dynastie 2015 haben sie 102 Playoff-Spiele absolviert. 92 mehr als Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks. „Wir spielen im Vergleich zum Rest eine zusätzliche Saison“, schimpft Co-Trainer Ron Adams. „Viel zu viel.“
Eine Spielzeit umfasst 82 Duelle. Der Alltag in der NBA samt 50 000 Flugmeilen sei mit nichts zu vergleichen. Am ehesten noch mit Fußball. Als Liverpool-Fan verfolgt Adams den europäischen Fußball. Die Saison dort „dauert gefühlt für immer. Sie verbrennen die Spieler – wie bei uns.“ Liga, Pokal, internationale Wettbewerbe, Nationalmannschaft – jeder Fan erwarte „magische Dinge“ in jedem Spiel, betont der 71-Jährige. „Aber der menschliche Körper ist nicht darauf programmiert.“
Alleine in den ersten beiden NBA-Finalpartien haben sich zwei Warriors verletzt. Im Schnitt fehlen den Teams, die das NBA-Finale verlieren, 2,5 Spieler mehr als dem Sieger aufgrund von Verletzungen. Deshalb reagieren viele skeptisch auf die neuen Pläne der Liga (siehe oben).
Auf keinen Fall wollen die Profis noch mehr Belastung. Die einfachste Lösung lehnen alle ab. Pat Riley, Zampano der Miami Heat, hat vor Jahren vorgeschlagen, die Zahl der Spiele um zehn Prozent zu kürzen. Weniger Spiele, weniger Flüge. Dafür müssten alle – Profis, Trainer, aber auch Busfahrer und Physios – auf zehn Prozent des Lohns verzichten. Das will und macht aber niemand.
Die Teams haben sportartenübergreifend eigene Wege entwickelt, die Körper ihrer Stars zu erhalten. In unwichtigen Spielen stellen sie Reservisten auf, setzen die Besten auf die Bank. Das Fußballteam von Real Madrid habe auf diese Weise drei Champions-League-Titel hintereinander gewonnen, erklärt Adams. Real opferte im Gegenzug die Meisterschaft.
Golden States Gegner hat den Trick auf die Spitze getrieben: Toronto schonte Kawhi Leonard, den Besten, in 22 Partien mit dem gewünschten Effekt. Erstmals erreichten die Kanadier das Finale. am